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Angaben zum Forschungsprojekt

Leibniz - Sach- und Fachbuchaufbereitung für blinde und sehbehinderte Menschen

Bisher wird nur ein kleiner Teil der neu erscheinenden Bücher für blinde und sehbehinderte Menschen aufbereitet. Meist handelt es sich dabei um belletristische Literatur. Für blinde und sehbehinderte Berufstätige und Auszubildende ist jedoch ein Zugang zur Fachliteratur besonders wichtig. Um diesen zu ermöglichen und zu erweitern, wurde das Projekt 'Leibniz' an der Deutschen Zentralbücherei für Blinde (DZB) in Leipzig initiiert.

Ziele und Aufgaben des Projektes:
Zunächst werden IT-Verfahren für individuelle Übertragungsdienstleistungen von Sach- und Fachbüchern für blinde und sehbehinderte Menschen entwickelt. Ziel ist eine Software, die in der Lage ist, Text, Bilder, Diagramme, Tabellen - also auch graphische Details - automatisiert und effektiv zu übertragen.
Parallel dazu wird der Ausbau von Kooperationen mit Verlagen und Dienstleistungsfirmen aktiv verfolgt. Verschiedene Partner aus der kommerziellen Verlagsbranche unterstützen die DZB bei Testverfahren oder tauschen Erfahrungen auf dem Gebiet Barrierefreiheit aus. Die Zusammenarbeit mit der Branchenplattform 'Libreka' war eine der ersten Ideen, um den Transfer bereits digitalisierter Publikationen zu erleichtern und zeitnah sicherzustellen.
Überdies wird der Zugang zu Bibliotheksausleihangeboten und -dienstleistungen für blinde und sehbehinderte Nutzer in den geeigneten Formaten Braille, DAISY und Großdruck forciert. Die Einbindung der Projektergebnisse von Leibniz in bestehende nationale und internationale Aktivitäten zielt schließlich auf die Realisierung der Vision einer globalen Bibliothek für Menschen, die gedruckte Informationen nicht lesen können.

Für den Nutzer und die Verlagspartner ist folgenden Ablauf vorgesehen:
Die Recherche von Informationen und Büchern aus der DZB-Produktion soll zukünftig über einen Online-Katalog unterstützt werden. Dabei wird automatisch abgefragt, ob ein Titel schon einmal übertragen worden ist. In diesem Fall kann der Titel sofort angefordert werden. Wenn er jedoch noch nicht übertragen wurde, wird bei dem Verlag oder dem Dienstleister, der die Verlagsdaten, z.B. PDF-Dateien, bereithält die Genehmigung für die Verwendung der Daten angefragt. Liegt diese vor, bekommen die DZB-Mitarbeiter Zugang zu den Daten und die automatisierten Prozesse werden eingeleitet, d.h. Analyse und Aufbereitung der Satzdaten, Übertragung in das gewünschte Format sowie die Auslieferung an den Kunden. Um den Prozess der Anfrage eines Titels zu automatisieren, könnte 'Libreka' die technische Schnittstelle für eine solche Abfrage zur Verfügung stellen. Das Buch oder die Information wird dem Nutzer in dem beauftragten Umfang in einem seinen Bedürfnissen entsprechenden Format aufbereitet. Die Kooperationsvereinbarung zwischen der DZB und dem jeweiligen Verlagspartner sieht außerdem vor, dem Verlag auf Wunsch eine unentgeltliche Kopie der produzierten Titel zur Archivierung zur Verfügung zu stellen.



Beginn:

01.09.2009


Abschluss:

31.08.2012


Art:

gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125150


Informationsstand: 29.06.2010