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Angaben zum Forschungsprojekt

INCLUTRAIN - Personenzentrierte berufliche Bildung für Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf

Hintergrund:

Die berufliche Bildung und Teilhabe am Arbeitsleben für Auszubildende mit behinderungsbedingten Einschränkungen ist seit Jahren europaweit gesellschaftspolitisches Thema. Ein bislang ungelöstes Problem besteht in der Überforderung dieses Personenkreises durch bestehende berufliche Ausbildungsanforderungen, die ursprünglich nicht für sie entwickelt wurden. Berufliche Bildungsmaßnahmen, die über spezialisierte Einrichtungen angeboten werden, können ein eigenständiges Berufsausbildungsmodell, das die individuellen Lerneinschränkungen des Personenkreises flexibler berücksichtigt, nicht ersetzen

Projektziel:

Ziel des INCLUTRAIN Projekts ist der Aufbau eines Berufsausbildungsrahmenkonzepts, das den individuellen Fähig- und Fertigkeiten von Menschen mit behinderungsbedingtem Unterstützungsbedarf entspricht. Das Ausbildungsrahmenkonzept umfasst die Entwicklung von Lehrmethoden, Lern- und Lehrmittel, Lernräume und ein Anwender Handbuch für Ausbilder*innen.
Der innovative Ansatz des Konzepts stellt keine fertigen Berufsbilder an den Beginn der Ausbildung. Auszubildende und Ausbilder*innen erarbeiteten die Lernziele und -wege entsprechend den Fähigkeiten der Auszubildenden gemeinsam im Laufe der Ausbildung. Das Modellkonzept wird im landwirtschaftlichen Kontext an Hand von empirischen Beispielen entwickelt und erprobt.

Inhalt:

Die Herangehensweise stellt einen Paradigmenwechsel dar. Anstelle des Lernziels steht der Handlungsimpuls der Person im Mittelpunkt. Diesen gilt es herauszufinden um schließlich miteinander, begleitend Fähigkeiten auszubauen und Wissen zu konkretisieren.

Erreicht wird dieses Ziel immer individuell und im Zusammenspiel mit den Gegebenheiten und Menschen im Umfeld. Besonders der Begriff Lernort kann nicht vordefiniert werden, da es sich um einen Raum handelt, der durch Interaktion geschaffen wird. Es kann sich dabei um eine Werkstatt, den Kuhstall oder das Gelände der Einrichtung handeln, aber ebenso gut um das angrenzende Dorf, wohin Milch ausgeliefert wird oder den Schreibtisch, an dem ein Buch studiert wird.

Die Ausarbeitung von Lehr-/ und Lernmaterialien ist ein zentrales Ziel dieses Projekts, bereits in der ersten Phase gelangten die Projektpartner zu der Erkenntnis, dass das Lernmaterial nicht auf vorgegebene Strukturen beschränkt werden kann. Individuell kann ein Baum im Garten, die Mücke im Raum, ein Dokumentenordner, der Mist im Kuhstall oder die Kunden im Hofladen zum besten Lernmaterial werden, wenn es den Lernenden und den Lernbegleitern gelingt dazu eine Beziehung aufzubauen.

So werden Tätigkeiten gefunden, die der Person entsprechen und es entwickeln sich Einsatzbereiche, die die Frage: "Was machst du beruflich?" eindeutig beantworten, nicht jedoch in einem vordefinierten Ausbildungsprogramm erlernt worden wären.

Wirkung:

Das Projekt trägt dazu bei, gesellschaftliche Anerkennung der beruflichen Potentiale der Zielgruppe zu fördern. Bestrebt eine Lernentwicklung des Ausbildungspersonals - der Lernbegleiter - für eine qualitative, individuelle pädagogische Begleitung und Förderung beruflicher Potentiale der Zielgruppe und fördert Wertschätzung und Motivation der Zielgruppe für eine berufliche Perspektive. Es ist eine qualitative und quantitative Bereicherung von Ausbildungsangeboten für Menschen mit besonderen Unterstützungsbedarf. Inklusive Teilhabe der Menschen mit behinderungsbedingtem Unterstützungsbedarf am beruflichen, sozialen und gesellschaftlichen Leben wird gelebt.

Verbreitung:

Zur Verbreitung der Ergebnisse sind Multiplikatorenveranstaltungen in den Partnerländern Deutschland, Niederlande und Österreich vorgesehen.

Erarbeitete Konzepte zur Methodik, Lernort und Lehr-/Lernmaterialien sowie Praxisbeispiele werden im Anschluss an das Projekt öffentlich zur Verfügung gestellt.

Weitere Informationen zu dem Projekt finden sich auf der INCLUTRAIN Homepage: http://www.inclutrain.eu

Für dieses Projektvorhaben wurden EU Erasmus+ Fördermittel bewilligt. Die merckens development support gmbh ist der Projektträger. Weitere Projektpartner aus Deutschland umfassen die Hofgemeinschaft Weide-Hardebek und den Bundesverband Deutscher Berufsausbilder. Die Integrative Hofgemeinschaft Loidholdhof aus Österreich sowie die therapeutische Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Urtica de Vijfsprong arbeiten mit Albert de Vries aus Holland zusammen und runden so das Projektkonsortium ab.



Beginn:

01.12.2017


Abschluss:

31.05.2020


Art:

Gefördertes Projekt / Eigenprojekt


Kostenträger:


Erasmus+ Programm der Europäischen Union



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125825


Informationsstand: 20.12.2018