Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt
TEBEK - Testverfahren zur Beurteilung berufsrelevanter Kompetenzen tauber und schwerhöriger Menschen

Beschreibung / Inhalte

Die ganzheitliche Einbeziehung von Menschen mit unterschiedlichsten Formen der Behinderung und deren Teilhabe an der Gesellschaft ist eine zentrale Forderung der UN-Behindertenrechtskonvention (Artikel 3 UN-BRK, vgl. Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderung, 2017). Speziell für die Zielgruppe von Menschen mit Hörbehinderung gilt, dass die Höreinschränkung mit einer besonderen Form der Kommunikation einhergeht, die nicht selbstverständlich mit den Bedingungen der Schriftsprache hörender Menschen gleichzusetzen ist. Daher bedarf diese im Kontext von Inklusion eine ausdrückliche Berücksichtigung.

Studienergebnisse des Lehr- und Forschungsgebiets Gesundheitspsychologie weisen insbesondere bzgl. beruflicher Teilhabe daraufhin, dass gesunde Menschen gegenüber der Anstellung von hörbehinderten Bewerbern im Arbeitskontext Bedenken äußern. Entsprechende Vorbehalte beziehen sich unter anderem auf Fragen nach der beruflichen Leistungsfähigkeit. Um die Passung zwischen einem hörbehinderten Bewerber und einer zu besetzenden Position zu überprüfen, können vor diesem Hintergrund kognitive bzw. sprachliche Fähigkeiten und Fertigkeiten sowie Persönlichkeitseigenschaften von Arbeitgebern testdiagnostisch überprüft werden (z.B. Intelligenztest, Persönlichkeitstests).

Für die Identifikation von geeigneten Fördermaßnahmen sind in diesem Sinne Institutionen zur Unterstützung der beruflichen Teilhabe (z.B. Integrationsfachdienste, Berufsförderungswerke) ebenfalls an einer Ist-Zustandsfeststellung der o.g. Punkte interessiert.

Herkömmliche schriftsprachliche und lautsprachliche Diagnostik stößt bei der Zielgruppe hörbehinderter Menschen jedoch an ihre Grenzen, da diese das strukturelle Verständnis von Schrift- und Lautsprache voraussetzen. Legt man daher die konventionelle Testdiagnostik als Maßstab zugrunde, so wird man hörbehinderten Menschen nicht gerecht. Auf Grund unterschiedlicher Ausgangssituationen kommt es zu einer Benachteiligung bzw. Fehldiagnostik hörbehinderter Menschen gegenüber normalhörenden Personen. Dies steht der beruflichen Teilhabe entgegen.

In diesem Sinne gilt es, eine an den besonderen Bedarfen der Zielgruppe hörbehinderter Menschen angepasste Diagnostik zu entwickeln. Das Ziel des Projektes TEBEK besteht deshalb in der Entwicklung eines gebärdensprach- und schriftsprachlich basierten kulturfairen inklusiven Online-Testsystems zur Beurteilung berufsrelevanter Kompetenzen tauber und schwerhöriger Menschen (TEBEK). TEBEK soll in einer Open Source-Webseite integriert und Einrichtungen, die die berufliche Teilhabe von hörbehinderten Menschen fördern, sowie Arbeitgebern zur Verfügung gestellt werden. Das Online-Testsystem soll über die Webseite www.tebek.de zugänglich gemacht werden.

Darüber hinaus sind insbesondere angesichts der aktuellen Situation (vgl. z.B. Corona-Pandemie und Digitalisierungsoffensive) tragfähige Online-Formate von existenzieller Bedeutung.

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.08.2022


Abschluss:

30.07.2026


Kostenträger:

  • BMAS – Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Projektförderung aus dem Ausgleichsfonds auf Grundlage der Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung (SchwbAV)

ICF-Bezug des Projekts:

  • Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.

Projektleitung:

  • Grote, Klaudia, Dr.

Institutionen:

Kompetenzzentrum für Gebärdensprache und Gestik (SignGes)Theaterplatz 1452062 Aachen Telefon: 0241-80 99 076 E-Mail: k.grote@signges.rwth-aachen.de Homepage: https://signges.rwth-aachen.de
Projektpartner:Lehr- und Forschungsgebiet Gesundheitspsychologie des Instituts für Psychologie Homepage: https://www.psych.rwth-aachen.de/

SignGes hat seit 1995 bereits eine Vielzahl von Projekten zur Unterstützung der Klientel hörbehinderter Menschen erfolgreich umgesetzt und nachhaltig gepflegt. Auszugsweise zu nennen sind:
1. ATBG: Aachener Testverfahren zur Berufseignung von Gehörlosen (Gesamtfördervolumen 1.141.000€ [SignGes]); BMAS-Projekt, Laufzeit: 1995 – 2002
https://www.signges.rwth-aachen.de/cms/SignGes/Forschung/dgs/~nycv/ATBG/

2. DeafExist: Existenzgründerkolleg für Menschen mit Hörbehinderung – in Kooperation mit dem Transfer- und Gründerzentrum der RWTH Aachen, Fraunhofer Institut für Angewandte Informationstechnik FIT (Gesamtfördervolumen 1.579.032 € [SignGes]); BMAS-Projekt, Laufzeit: 2015-2019 (in 2022 wird ein Gründerkolleg mit Unterstützung des EUTB Köln angeboten) https://www.signges.rwth-aachen.de/cms/SignGes/Forschung/dgs/~ifaw/DeafExist/

3. DeafMentoring: (Wieder-)Eingliederung von Menschen mit einer Hörbehinderung ins Arbeitsleben durch Peer Counseling – in Kooperation mit der Universität zu Köln (Gesamtfördervolumen 1.471.450 €, Anteil SignGes: 845.522 €); BMAS-Projekt, Laufzeit: 2015-2020
https://www.signges.rwth-aachen.de/cms/SignGes/Forschung/dgs/~ljbg/DeafMentoring/

Viele weitere erfolgreich durchgeführte Projekte finden Sie unter: https://www.signges.rwth-aachen.de/cms/SignGes/Forschung/~ieua/dgs/

Das LuF Gesundheitspsychologie verfügt über umfassende Expertise in der wissenschaftlichen Begleitung und Evaluation von Projekten im Kontext der beruflichen Inklusion (z.B. RehaFuturReal: Arling, Knispel, Spijkers, 2016).

Das Team des LuF Gesundheitspsychologie verfügt über langjährige Erfahrungen im Zusammenhang mit der (psychologischen) Testentwicklung und -validierung. Dies umfasst kognitive Leistungstests (Arling, 2006, Arling & Spijkers, 2013),
Profiling- und Steuerungsinstrumente für die berufliche Teilhabe (Arling et al., 2012) und Persönlichkeitstests (z.B. Slavchova, Fröhlich & Stürmer, 2018; Knispel, Wittneben, Slavchova & Arling, in review; Slavchova, Kleinert, Knispel & Arling, in review; Slavchova, Kleinert, Arling & Knispel, in review) und erwerbsbiografische Interviewleitfäden (Knispel, 2019; Knispel, Kleinschnittger, Slavchova & Arling, in review).

Ausgewählte bzw. aktuelle Projekte am Lehr- und Forschungsgebiet Gesundheitspsychologie, die im Kontext der (medizinisch-)beruflichen Rehabilitation bzw. Inklusion verortet sind:

ISCAS: Integrations- Service- Center für Arbeitssuchende mit Sehschädigung Kurzname (Gesamtfördervolumen 112.802,00€, Anteil LuF Gesundheits-P.: 34.451,00€); Projektförderung durch refonet, Laufzeit: 2013-2014

IcoSiR: Integrationscoaching für Menschen mit Sehschädigung im Rheinland (Gesamtfördervolumen 724.482,06€, Anteil LuF Gesundheits-P.: 129.800,00€); Projektförderung durch Landschaftsverband Rheinland
Lebensstiländerung und Verbesserung der subjektiven Erwerbstätigkeits-prognose bei Patienten mit Diabetes mellitus Typ II und Adipositas in der stationären Rehabilitation durch ein Planungskompetenztraining (PKT) mit anschließender telefonischer Nachsorge. Eine Wirksamkeitsstudie im Rahmen eines randomisierten Kontrollgruppendesigns. (Gesamtfördervolumen 151.900€, Anteil LuF Gesundheits-P.: 83.100€); Projektförderung durch refonet
Evaluation eines ICF-basierten Screenings zur Erfassung die integrationsrelevanten Funktionseinschränkungen bei Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im BTZ Dortmund und BTZ Rhein-Ruhr (Gesamtfördervolumen 239.187€ [LuF Gesundheits-P.]); Projektförderung durch DRV Westfalen, Laufzeit: 2019 – 2022

Entwicklung und Evaluation eines Manuals zur Identifikation und Beratung von Patienten in der medizinischen Rehabilitation mit LTA-Bedarf (Gesamtfördervolumen 154.530€ [LuF Gesundheits-P.]); Projektförderung durch DRV Bund; Laufzeit: 2020 – 2023
FREEMI: Wissenschaftliche Begleitung und Evaluation des Modellprojektes „Fallmanagement zur Rückkehr ins Erwerbsleben bei EM-Rentenbezug mit Intervallrehabilitation“ (Gesamtfördervolumen 2.564.042,08€, Anteil LuF Gesundheits-P.: 257.014,91€); BMAS-Projekt, Laufzeit: 2020 – 2024

TEBEK - Test procedure for the assessment of occupationally relevant competencies of deaf and hard of hearing people

The holistic inclusion of people with various forms of disability and their participation in society is a central requirement of the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities (Article 3 UN CRPD, see Federal Government Commissioner for the Affairs of Persons with Disabilities, 2017). Especially for the target group of people with hearing disabilities, hearing impairment goes hand in hand with a special form of communication that cannot be equated with the conditions of written language of hearing people as a matter of course. Therefore, this needs an explicit consideration in the context of inclusion. Study results of the teaching and research field of health psychology indicate, especially with regard to job participation, that healthy people express reservations about the employment of hearing impaired applicants in the work context. Such reservations relate, among other things, to questions of job performance. In order to check the fit between a hearing impaired applicant and a position to be filled, cognitive or linguistic abilities and skills as well as personality traits can be tested by employers (e.g. intelligence test, personality tests). For the identification of suitable support measures, institutions for the support of occupational participation (e.g. integration services, vocational services) are important in this sense.Vocational Training Centre) are also interested in an actual status assessment of the above mentioned points. Conventional written and spoken language diagnostics, however, reach their limits with the target group of hearing impaired people, as they require a structural understanding of written and spoken language. Therefore, using conventional test diagnostics as a benchmark does not do justice to hearing-impaired people. Due to the different initial situations, hearing impaired people are disadvantaged or misdiagnosed compared to people with normal hearing. This stands in the way of job participation. In this sense, it is necessary to develop diagnostics that are adapted to the special needs of the target group of hearing-impaired people. The aim of the TEBEK project is therefore to develop a sign language and written language based culturally fair inclusive online test system for the assessment of occupationally relevant competencies of deaf and hard of hearing people (TEBEK). TEBEK is to be integrated into an open source website and made available to institutions that promote the job participation of hearing-impaired people and to employers. The online test system is to be made accessible via the website www.tebek.de. In addition, viable online formats are of existential importance, especially in view of the current situation (cf. e.g. Corona pandemic and digitization offensive).

This text was automatically translated by DeepL.

Referenznummer:

R/FO126080


Informationsstand: 08.11.2022