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Projektart: Gefördertes Projekt
Entwicklung eines korpusbasierten elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprache (DGS) - Deutsch

Beschreibung / Inhalte

Das Projekt verbindet zwei Ziele miteinander: zum einen die Sammlung und Aufbereitung gebärdensprachlicher Daten in einem annotierten Korpus und zum anderen die Erstellung eines elektronischen Wörterbuchs Deutsche Gebärdensprache - Deutsch. Das Korpus umfasst über 1000 Stunden Videoaufnahmen, die bundesweit bei 330 gehörlosen Informanten erhoben wurden und in einer eigens entwickelten Datenbank systematisch verarbeitet und analysiert werden. Dieses Gebärdensprachkorpus ist vergleichbar mit großen Korpora gesprochener Sprachen. Es bildet nicht nur die Basis für die linguistisch abgesicherte Erstellung eines DGS-Wörterbuchs, sondern bietet darüber hinaus langfristig eine Vielzahl von Möglichkeiten zur empirisch fundierten Erforschung der DGS hinsichtlich Grammatik, Bedeutungsstruktur und Verwendung. Das Wörterbuch wird ca. 6000 Einträge umfassen. Aufgrund der lexikalischen Struktur von Gebärdensprachen entspricht dies einem Vielfachen dieser Zahl in Lautsprachen. Die Auswahl der Einträge wird sich dabei in erster Linie auf die tatsächliche Gebärdenverwendung stützen, wie sie im Korpus dokumentiert ist. Bei diesem Ansatz wird von der Gebärdensprache ausgegangen. Dadurch kann der gebärdensprachliche Wortschatz besser erfasst und repräsentiert werden, als dies durch das Ausgehen von einer deutschen Wortliste möglich wäre. Das zu erstellende elektronische Wörterbuch präsentiert die Gebärdenzeichen als Filme und bietet im Vergleich zu einem Buch differenziertere Zugriffs-, Such- und Anzeigeoptionen, z. B. eine Suche nach Gebärdenform.

Die korpusbasierte linguistische Grundlagenforschung zur DGS befindet sich erst im Aufbau. Sie ist jedoch die Voraussetzung für die Entwicklung von Lehr- und Lernmaterialien und eine fundierte Verwendung der DGS insbesondere in der Gebärdensprachlehre und im schulischen Bereich. Hierbei kommt dem neuen Projekt eine herausragende Bedeutung zu.

Für die Gebärdensprachgemeinschaft hat die Erstellung eines DGS-Wörterbuchs zudem einen hohen ideellen Wert und trägt zur Dokumentation sowie zur weiteren gesellschaftlichen Akzeptanz ihrer Sprache bei. Die Sprachgemeinschaft ist von Anfang an durch die aktive Mitarbeit bei der Korpuserstellung beteiligt und durch eine internet-basierte Bewertung sowie eine ausgewählte Gruppe von Muttersprachlern aus verschiedenen Regionen auch in die Auswertung mit einbezogen.

Zielgruppe des Wörterbuchs sind Lerner mit Deutsch als Muttersprache (z. B. Eltern und Lehrer gehörloser Kinder), professionelle Gebärdensprachdolmetscher, gehörlose DGS-Muttersprachler (gehörlose Erwachsene, Kinder gehörloser Eltern, gehörlose Kinder und Schüler, die DGS als Muttersprache erlernen), Gebärdensprachkursleiter, Linguisten, Sprachtypologen. Um die vielfältigen Verwendungsinteressen der verschiedenen Gruppen zu berücksichtigen, ist eine Befragung zu Bedürfnissen und Wünschen der potenziellen Nutzer vorgesehen. Da das Wörterbuch in unterschiedlichen Lernsituationen, übersetzungs- und Dolmetschkontexten Verwendung finden soll, ist es zweisprachig konzipiert und ermöglicht den Zugriff auf die Inhalte über beide Sprachen, DGS und Deutsch. Das Projekt wird in enger internationaler Kooperation mit führenden Einrichtungen zur Gebärdensprachforschung insbesondere in Europa, den USA und Australien durchgeführt.

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.01.2009


Abschluss:

31.12.2023


Kostenträger:

  • Akademie der Wissenschaften in Hamburg; Akademienprogramm zur Förderung geisteswissenschaftlicher Langzeitprojekte.
  • Bund und Stadt Hamburg

ICF-Bezug des Projekts:

  • Das Projekt hat keinen ausdrücklichen ICF-Bezug.

Projektleitung:

  • Rathmann, Christian, Prof. Dr. |
  • Reinitzer, Heimo, Prof. Dr.

Mitarbeitende:

  • König, Susanne |
  • Hanke, Thomas |
  • Konrad, Reiner, Dr. |
  • Langer, Gabriele

Institutionen:

Universität Hamburg
Institut für Deutsche Gebärdensprache und Kommunikation Gehörloser
Binderstr. 34
20146 Hamburg
info@dgs-korpus.de
https://www.idgs.uni-hamburg.de/

- Herr Prof. Dr. Reinitzer (Akademie der Wissenschaften in Hamburg)
- Herr Prof. Dr. Rathmann (Arbeitsstellenleiter, IDGS)
- Herr Hanke (Leitungsteam)
- Frau König (Leitungsteam)
- Herr Konrad (Leitungsteam)
- Frau Langer (Leitungsteam)

König, S./Langer, G. (2009): "SIGNS FICTION? Ein Wörterbuch DGS – Deutsch wird entwickelt". In: Das Zeichen 81. S. 82-89.

Nishio, Rie / Hong, Sung-Eun / König, Susanne / Konrad, Reiner / Langer, Gabriele / Hanke, Thomas / Rathmann, Christian. 2010: Elicitation methods in the DGS (German Sign Language) Corpus Project. In: Dreuw, Philippe / Efthimiou, Eleni / Hanke, Thomas / Johnston, Trevor / Martínez Ruiz, Gregorio /Schembri, Adam (eds.). LREC 2010 Workshop Proceedings. 4th Workshop on the Representation and Processing of Sign Languages: Corpora and Sign Language Technologies, 178-185. [Homepage; URL: https://www.sign-lang.uni-hamburg.de/lrec2010/programme.html

Konrad, Reiner/ Hanke, Thomas/ König, Susanne/ Langer, Gabriele/ Matthes, Silke/Nishio, Rie/ Regen, Anja. 2012: From form to function. A database approach to handle lexicon building and spotting token forms in sign languages. In: Crasborn, Onno / Efthimiou, Eleni / Fotinea, Evita / Hanke, Thomas / Kristoffersen, Jette / Mesch, Johanna (eds.). Workshop Proceedings. 5th Workshop on the Representation and Processing of Sign Languages: Interactions between Corpus and Lexicon. Language Resources and Evaluation Conference (LREC) Istanbul, May 2012, 87-94. [Homepage; URL: https://www.sign-lang.uni-hamburg.de/lrec2012/programme.html

Weitere Veröffentlichungen unter https://www.idgs.uni-hamburg.de/forschung/forschungsprojekte.html

Development of a corpus-based electronic dictionary German Sign Language (DGS) - German

The project combines two goals: on the one hand, the collection and processing of sign language data in an annotated corpus and, on the other hand, the creation of an electronic dictionary German Sign Language - German. The corpus comprises more than 1000 hours of video recordings, which were collected nationwide from 330 deaf informants and are systematically processed and analyzed in a specially developed database. This sign language corpus is comparable to large corpora of spoken languages. Not only does it form the basis for the linguistically validated compilation of a DGS dictionary, but it also offers a variety of long-term possibilities for empirically based research into DGS with regard to grammar, meaning structure and usage. The dictionary will contain about 6000 entries. Due to the lexical structure of sign languages, this corresponds to a multiple of this number in spoken languages. The selection of entries will be based primarily on actual sign usage as documented in the corpus. In this approach, sign language will be the starting point. This allows for a better capture and representation of sign language vocabulary than would be possible by starting from a German word list. The electronic dictionary to be created presents the sign characters as movies and offers more differentiated access, search and display options, e.g. a search by sign form, compared to a book. The corpus-based basic linguistic research on DGS is still in its infancy. However, it is a prerequisite for the development of teaching and learning materials and a well-founded use of DGS, especially in sign language teaching and in the school sector. In this respect, the new project is of outstanding importance. For the sign language community, the creation of a DGS dictionary also has a high idealistic value and contributes to the documentation as well as to the further social acceptance of their language. The language community is involved from the beginning by actively participating in the corpus creation and is also involved in the evaluation through an internet-based evaluation as well as a selected group of native speakers from different regions. The target group of the dictionary are learners with German as their first language (e. g. E.g. parents and teachers of deaf children), professional sign language interpreters, native deaf DGS speakers (deaf adults, children of deaf parents, deaf children and students learning DGS as their first language), sign language course instructors, linguists, language typologists. In order to take into account the diverse usage interests of the different groups, a survey of the needs and desires of potential users is planned. Since the dictionary is intended to be used in different learning situations, translation and interpreting contexts, it is designed to be bilingual, allowing access to the content via both languages, DGS and German. The project is being carried out in close international cooperation with leading sign language research institutions, especially in Europe, the USA and Australia.

This text was automatically translated by DeepL.

Referenznummer:

R/FO3699


Informationsstand: 23.03.2023