Projektart: Gefördertes Projekt
Workshop: Innovative Entwicklungen auf dem Hilfsmittelmarkt

Beschreibung / Inhalte

Hilfsmittel-Workshop:
„Innovative Entwicklungen auf dem Hilfsmittelmarkt, Chancen und Grenzen des 3D-Drucks sowie Beratung zu guter Beleuchtung für blinde und sehbehinderte Menschen“
vom 08.05.2019 – 11.05.2019 in Rüsselsheim
Eine Veranstaltung des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands e.V.
Teilnehmende: 34 Personen

Ausgangslage des Projektes:

In Deutschland leben ca. 650.000 blinde und sehbehinderte Menschen. Jährlich kommen ca. 28.000 Neuerblindungen hinzu. Der völlige oder teilweise Verlust des Sehvermögens führt in erster Linie zu gravierenden Benachteiligungen in der Mobilität, bei der Beschaffung von Informationen und in der Kommunikation. Der Alltag wird oftmals für diese Personengruppe zu einer unüberwindlichen Barriere auch infolge einer ständigen Innovation von Gebrauchsgegenständen. Selbst Hilfsmittel, die der Überwindung von alltäglichen Hürden dienen, werden ständig mit verschiedenen Neuerungen versehen und angeboten. Erklärtes Ziel des DBSV ist es, Bedingungen zu schaffen, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglichen, ein selbstbestimmtes und selbstverantwortetes Leben zu führen. Hierzu zählt auch die Sicherung der Bedienbarkeit und Nutzbarkeit von technischen Anlagen und Geräten des täglichen Bedarfs, z.B. von Haushaltselektronik. Die Landesvereine im DBSV haben ehrenamtliche Hilfsmittelberatende berufen, die für ihre Landesverbände sowohl Hilfsmittel und Gegenstände aller Art auf die Gebrauchsfähigkeit prüfen als auch eigene Vorschläge für die Verwendung dieser Gegenstände unterbreiten.

Des Weiteren beraten sie in ihren Landesvereinen und Bezirksgruppen blinde und sehbehinderte Menschen sowie deren Angehörige in Sachen Hilfs- und Gebrauchsmittel. Ziel der Beratungen ist es, eine Verbesserung des Alltags der Ratsuchenden zu erreichen. Die Arbeitstagung der Hilfsmittelberatenden der 20 Landesvereine im DBSV im Jahr 2019 verfolgte das Ziel, kontinuierlich über Weiterentwicklungen auf dem Hilfsmittelsektor zu informieren, neue Hilfsmittel vorzu-stellen und zu beurteilen. Teilnehmen konnten die in den DBSV-Landesvereinen ehrenamtlich tätigen Hilfsmittelberatenden, aber auch Personen, die an dieser Tätigkeit interessiert sind. Die ehrenamtlichen Beratenden geben als Multiplikatorinnen und Multiplikatoren die gewonnenen Erkenntnisse an die örtlichen Unter-gliederungen weiter.

Durchführung:

Die Tagung hatte folgende Schwerpunkte:

  • Austausch über Hilfsmittel und die Beratungspraxis


  • Das sich ständig verändernde Angebot neuer, insbesondere elektronischer Hilfsmittel auf dem Markt macht es notwendig, sich stets über Neuerungen zu informieren. Daraus ergibt sich die zwingende und stetige Notwendigkeit einer Schulung der Hilfsmittelberatenden in allen Landesvereinen, um den gleichen Stand an Informationen und die gleichen Standards in der Beratungsqualität sicherstellen zu können.

  • Besuch der größten internationalen Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Sight-City ist die größte internationale Fachmesse für Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel. Sie findet jährlich in Frankfurt im Sheraton Airport Hotel statt. Durch den Besuch der Sight-City und den nachträglichen gemeinsamen Austausch über das Erlebte hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, einen weiten Überblick über die aktuell auf dem deutschen Markt erhältlichen Hilfsmittel zu bekommen.



  • Chancen des 3D-Druck


  • Ein sehr ausgiebiger Vortrag zur Technik des 3D-Drucks zur Erstellung taktiler Medien und Hilfsmittel für Blinde und Sehbehinderte war sehr aufschlussreich. Sämtliche Schritte und Dateisysteme für digitale Datenübermittlung, die zur Erstellung von 3D-Drucken notwendig sind, wurden vorgestellt; ebenso Erzeugnisse wie z. B. Tastpläne zur Orientierung in einem Quartier oder eines Gebäudegrundrisses. Ein 3D-Drucker wurde zu Zwecken der Funktionsweise eines solchen Gerätes von der Firma Urbanmakers zur Verfügung gestellt. Passend zu diesem Vortragsinhalt wurde eine Neuentwicklung zu taktil erfassbaren Drehschaltern für Haushaltsgeräte in 3D von dem Entwickler vorgeführt.

  • Gute Beleuchtung ist für Menschen mit Sehbehinderung sehr wichtig.


  • In einem Vortrag des Low Vision Beraters Gerhard Frühwald wurden die sehr unterschiedlichen Bedürfnisse von sehbehinderten Menschen dargelegt. Erläutert wurden folgende Fragestellungen: Wie muss die Lichtquelle angeordnet sein, welche Qualitäten müssen die Leuchtmittel und welche die Leuchte haben? Welche Lichtfarbe ist für welche Sehbehinderung am angenehmsten?

    Bewertung:

    Das Projektziel wurde in Gänze erfüllt. Die Vorträge, die Beiträge der Teilnehmenden und der thematische Austausch zu allen Inhalten waren hochgradig professionell. Insgesamt war der Zufriedenheitsgrad außerordentlich. Die Teilnehmenden gaben in der Abschlussrunde das deutliche Feedback, dass sie mit einem großen Wissenszuwachs in ihre Beratungstätigkeit auf Landesebene zurückgehen. Es zeigte sich, dass die Bedienhilfen von Elektrogeräten und die Entwicklungen im Hilfsmittelsektor für blinde und sehbehinderte Menschen den Bedarf an regelmäßigen Schulungen notwendig machen. So war der Austausch zu praktischen Themen äußerst wichtig und wurde als unentbehrlich zur Wissenserweiterung eingestuft. Auch wurde positiv hervorgehoben, dass die jährliche Zusammenkunft mit einem großen gleichbleibenden Kern dazu beiträgt, eine außerordentlich produktive und vertrauensvolle Arbeitsatmosphäre aufzubauen.

    Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

    Beginn:

    08.05.2019


    Abschluss:

    11.05.2019


    Fördernummer:

    Dok.-Nr.: SPF.00.00001.19

    Kostenträger:

    • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) / Förderung zentraler Einrichtungen und Maßnahmen des Behindertensports und der Eingliederung von Menschen mit Behinderungen

    ICF-Bezug des Projekts:

    • Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.

    Projektleitung:

    • Groenewold, Hilke

    Institutionen:

    Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V. (DBSV)Rungestraße 1910179 Berlin Telefon: 030 28 53 87-0 E-Mail: info@dbsv.org Homepage: https://www.dbsv.org

    Sachbericht (2019):
    Projekt: Hilfsmittel-Workshop: „Innovative Entwicklungen auf dem Hilfsmittelmarkt, Chancen und Grenzen des 3D-Drucks sowie Beratung zu guter Beleuchtung für blinde und sehbehinderte Menschen“
    Download unter https://www.rehadat-forschung.de/export/sites/forschung-2021/lokale-downloads/BMAS/FO125942_Sachbericht.pdf

    Workshop: Innovative developments in the assistive technology market

    Assistive products workshop: "Innovative developments in the assistive products market, opportunities and limitations of 3D printing, and advice on good lighting for blind and visually impaired people" from 08.05.2019 - 11.05.2019 in Rüsselsheim An event of the German Association of the Blind and Visually Impaired (Deutscher Blinden- und Sehbehindertenverband e.V.) Participants: 34 people Starting point of the project: Approximately 650,000 blind and visually impaired people live in Germany. Approximately 28,000 new blindnesses occur every year. The complete or partial loss of vision leads primarily to serious disadvantages in mobility, in obtaining information and in communication. Everyday life often becomes an insurmountable barrier for this group of people, also as a result of constant innovation of everyday objects. Even assistive products that serve to overcome everyday hurdles are constantly being provided and offered with various innovations. It is the declared goal of the DBSV to create conditions that enable blind and visually impaired people to lead a self-determined and self-responsible life. This also includes ensuring the operability and usability of technical equipment and devices for daily use, e.g. household electronics. The regional associations in the DBSV have appointed honorary assistive products advisors who check assistive products and objects of all kinds for usability on behalf of their regional associations and also make their own suggestions for the use of these objects. Furthermore, they advise blind and visually impaired people and their relatives in their regional associations and district groups on matters of assistive products. The goal of the consultations is to achieve an improvement in the everyday life of those seeking advice. The workshop of the assistive products advisors of the 20 regional associations in the DBSV in 2019 pursued the goal of continuously informing about further developments in the assistive products sector and to present and evaluate new assistive products. Participation was open to the voluntary assistive technology consultants in the DBSV regional associations, but also to people who are interested in this activity. As multipliers, the voluntary consultants pass on the knowledge they have gained to their local sub-associations. Implementation: The conference focused on the following points: - Exchange about assistive products and the consulting practice The constantly changing offer of new, especially electronic assistive products on the market makes it necessary to always be informed about innovations. This results in the urgent and constant need for training of the assistive technology consultants in all national associations in order to be able to ensure the same level of information and the same standards in the quality of consultation. - Visit to the largest international trade fair for assistive products for the blind and visually impaired. Sight-City is the largest international trade fair for assistive products for the blind and visually impaired. It is held annually in Frankfurt at the Sheraton Airport Hotel. By visiting Sight-City and subsequently sharing what they had experienced, participants had the opportunity to get a broad overview of the assistive products currently available on the German market. - Opportunities of 3D printing A very extensive presentation on the technology of 3D printing to create tactile media and assistive products for the blind and visually impaired was very informative. All of the steps and file systems for digital data transfer necessary to create 3D prints were presented; as well as products such as tactile maps for finding your way around a neighborhood or a building floor plan. A 3D printer was provided by the company Urbanmakers for the purpose of demonstrating how such a device works. In line with this lecture content, a new development on tactilely detectable rotary switches for household appliances was demonstrated in 3D by the developer. - Good lighting is very important for people with visual impairments. In a lecture by low vision consultant Gerhard Frühwald, the very different needs of visually impaired people were outlined. The following questions were explained: How must the light source be arranged, what qualities must the illuminants have, and what qualities must the luminaire have? Which light color is most comfortable for which visual impairment? Evaluation: The project objective was met in its entirety. The presentations, the contributions of the participants and the thematic exchange on all contents were highly professional. Overall, the level of satisfaction was exceptional. In the final round, the participants gave the clear feedback that they went back to their consulting activities at the state level with a great increase in knowledge. It became apparent that the operating aids of electrical devices and the developments in the assistive technology sector for blind and visually impaired people make the need for regular training necessary. Thus, the exchange on practical topics was extremely important and was rated as indispensable for knowledge enhancement. It was also positively emphasized that the annual meeting with a large unchanging core helps to build an extraordinarily productive and trusting working atmosphere.

    This text was automatically translated by DeepL.

    Referenznummer:

    R/FO125942


    Informationsstand: 29.04.2020