Projektart: Eigenprojekt Modellprojekt
Tutorensystem für Aphasiker seit dem Jahr 2008 Projekt Gutzuhören - Gutzuwissen seit 2013

Beschreibung / Inhalte

Das Tutorensystem ist eine gute Möglichkeit, Aphasiker zu aktivieren, ihnen Verantwortung zu übertragen und dadurch ihre Rehabilitation zu fördern.

Der Begriff "Tutor" ist lateinischen Ursprungs und bedeutet übersetzt "Lehrer/ Ratgeber". Die Idee also, die hinter dem "Tutorensystem" steckt, lautet: jedem interessierten Neubetroffenen einen Aphasiker zu vermitteln, der schon länger mit der Behinderung lebt und sein Wissen und seine persönlichen Erfahrungen im "Aphasiedschungel" gerne weitergeben möchte. Er wird Ansprechpartner und Ratgeber, vielleicht sogar ein guter Freund. Die Unterstützung durch den Tutor reicht von der Klärung behinderungsspezifischer Fragen über Tipps zur Alltagsbewältigung bis hin zur Planung und Durchführung gemeinsamer Aktivitäten. Seine Aufgaben übernimmt der Tutor ehrenamtlich, erhält jedoch je nach Aufwand eine finanzielle Entschädigung des Aphasiker-Zentrum Oberfranken e.V..

Wie finden die Paare nun zusammen? Die Mitarbeiterinnen des Aphasiker-Zentrum Oberfranken gleichen den Unterstützungsbedarf einerseits mit den Interessen, Fähigkeiten und Stärken sowie der Praktikabilität (Mobilität, räumliche Entfernung, passendes Alter etc.) andererseits ab. Bei möglichen Tutoren ist außerdem der Grad der Behinderungsbewältigung zu beachten. Auch sprachlich schwerst Betroffene können Tutoren sein, wenn sie ihre Behinderung akzeptiert haben. Eine passgenaue Vermittlung der "Tandems" ist somit von zentraler Bedeutung, denn nur wenn die so genannte "Chemie" stimmt, können beide an dem, was sie gemeinsam unternehmen, Freude haben. Nur so können sich positive Einflüsse auf die zerebrale Neuorganisation der Betroffenen und auf deren gesamten Rehaprozess entwickeln. Keine einfache Aufgabe also für die Mitarbeiterinnen des Zentrums. Es kann Wochen oder sogar Monate dauern, bis sich ein stabiles Paar gefunden hat.

Das Aphasiker-Zentrum Oberfranken ergänzt mit dem Projekt die klassische Selbsthilfe, die i.d.R. in größeren Gruppen organisiert ist. Zwei Aphasiker gestalten ihr sprachlich eingeschränktes Leben gemeinsam und werden dadurch deutlich aktiver. Durch die frühe, sehr intensive und persönliche Unterstützung kann psychosozialen Schwierigkeiten entgegengewirkt, Angehörige können entlastet, der gesamte Rehaprozess alltagsnah unterstützt werden. Der Tutor bekommt wieder eine Funktion in der Gesellschaft, die helfenden Sinn und unmittelbaren Nutzen verleiht. Er übernimmt Verantwortung, die ihm durch die plötzliche Erkrankung meist entzogen wurde. Bei jüngeren Betroffenen kann das System darüber hinaus als Vorstufe oder Erprobungsphase für Maßnahmen der beruflichen Integration dienen.

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.12.2006


Abschluss:

laufend


Projektleitung:

  • Ursu, Anca, Dipl.-Soz.-Päd. (FH) |
  • Frankenberger, Heike, Dipl.-Soz.-Päd. (FH) |
  • Bailey, Etelka, Dipl.-Soz.Päd. (FH)

Mitarbeitende:

  • Schäfer, Doris, Dipl.-Soz.Päd. (FH) |
  • Alber, Stefanie |
  • Richter, Gudrun

Institutionen:

Aphasiker-Zentrum Oberfranken e.V.
Jakob-Herz-Str. 1
95445 Bayreuth

Leitung: Heike Frankenberger

Ansprechperson Tutorensystem: Anca Ursu
Ansprechperson Projekt Gutzuhören - Gutzuwissen: Etelka Bailey

0921 309-500 / 309-504

Tutor system for aphasics since the year 2008 Project Gutzuhören - Gutzuwissen since 2013

The tutor system is a good way to activate aphasics, to give them responsibility and thereby promote their rehabilitation. The term "tutor" is of Latin origin and means "teacher/advisor". So the idea behind the "tutor system" is: to provide every interested newly affected person with an aphasic who has been living with the disability for a longer time and who would like to pass on his knowledge and personal experience in the "aphasia jungle". He becomes a contact person and advisor, maybe even a good friend. The tutor's support ranges from clarifying disability-specific questions to tips on coping with everyday life to planning and carrying out joint activities. The tutor performs his or her tasks on a voluntary basis, but receives financial compensation from the Aphasiker-Zentrum Oberfranken e.V. depending on the effort involved. So how do the couples find each other? The employees of the Aphasiker-Zentrum Oberfranken match the need for support on the one hand with the interests, abilities and strengths as well as the practicability (mobility, spatial distance, suitable age, etc.) on the other hand. In the case of possible tutors, the degree of disability management must also be taken into account. Even those with language difficulties can be tutors if they have accepted their disability. Matching the "tandems" is thus of central importance, because only if the so-called "chemistry" is right can both enjoy what they do together. Only in this way can positive influences develop on the cerebral reorganization of those affected and on their entire rehabilitation process. No easy task, then, for the centre's staff. It can take weeks or even months until a stable couple is found. With this project, the Aphasiker-Zentrum Oberfranken complements the classic self-help, which is usually organized in larger groups. Two aphasics shape their linguistically restricted life together and thus become significantly more active. Through the early, very intensive and personal support, psychosocial difficulties can be counteracted, relatives can be relieved, and the entire rehabilitation process can be supported close to everyday life. The tutor regains a function in society that gives helping meaning and immediate benefit. He assumes responsibility that was usually taken away from him by the sudden illness. For younger patients, the system can also serve as a preliminary stage or trial phase for job integration measures.

This text was automatically translated by DeepL.

Referenznummer:

R/FO3732


Informationsstand: 28.11.2019