Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt
Beschreibung / Inhalte
„Service-Point Gesundheit und Arbeit“ (S.P.G.) ist ein Projekt des Jobcenterverbundes Jobcenter Holzminden, Jobcenter Landkreis Northeim, Jobcenter Hameln-Pyrmont und Jobcenter Kreis Siegen-Wittgenstein für Menschen mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Einschränkungen, die Leistungsbezieher*innen nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) sind. Gemeinsames Ziel ist es, gemäß den Grundsätzen „Prävention vor Rehabilitation“ und „Rehabilitation vor Rente“ durch innovative Leistungen und innovative organisatorische Maßnahmen die Erwerbsfähigkeit von Menschen mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Einschränkungen, die Leistungsbezieher*innen nach dem zweiten Buch Sozialgesetzbuch (SGB II) sind, zu erhalten oder wiederherzustellen und die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe zu verbessern. Mit der Etablierung und Erprobung eines zielgruppenspezifischen Service-Points (S.P.G.) an insgesamt vier Standorten in Holzminden, Landkreis Northeim, Hameln-Pyrmont und Kreis Siegen-Wittgenstein, implementieren die Jobcenter neben dem Regelgeschäft ein innovatives und flächendeckendes Versorgungsangebot der gesundheitlichen, gesellschaftlichen wie beruflichen Teilhabe.
Der zentrale innovative Ansatz unseres Modellprojekts S.P.G. liegt in der engen organisatorischen wie interdisziplinären Vernetzung der wichtigsten Akteure zur gesundheitlichen, gesellschaftlichen wie beruflichen Teilhabe unter einem Dach und ergänzendem Einsatz moderner digitaler Technologien.
Neuartig und innovativ beim Modellprojekt S.P.G. sind im Vergleich zur üblichen Praxis und mit Blick auf den Umfang der Innovation insbesondere:
● Der Service-Point als organisatorische Innovation zur Leistungserbringung und die damit verbundene Vernetzung zentraler Akteure zur gesundheitlichen, gesellschaftlichen wie beruflichen Teilhabe unter einem Dach.
● Die Erhöhung der Prozessgeschwindigkeit zur Ansteuerung medizinischer und therapeutischer Hilfen wie Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben durch eine eng abgestimmte Zusammenarbeit mit den DRV.
● Gemeinsame Fallkonferenzen, um die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Akteure wirkungsvoll zu unterstützen und maßgeschneiderte Hilfen für die Betroffenen schnell einzuleiten.
● Der Einsatz moderner digitaler Services:
o Telemedizin und Telekonsil sowie digitale Gesundheits- und Präventionsangebote (u.a. Psych- und Gesundheits-Apps), Online-Wegweiser, Sicherstellung eines digitalen 24h-Beratungsangebotes zur jederzeitigen Erreichbarkeit, gerade in Notsituationen (Callcenter mit Videochat-Möglichkeit).
● Neuartig und innovativ wird auch eine ICF-orientierte Bedarfsermittlung sein.
Im Ergebnis erhoffen wir uns einen deutlichen Zugewinn an Erkenntnissen zur Wirkung und Verallgemeinerbarkeit dahingehend, ob und inwieweit eine institutionalisierte interdisziplinäre Zusammenarbeit dabei helfen kann, (vorrangige) Hilfen künftig schneller, zielgerichteter und wirksamer zu erbringen, sich die Methoden der „ICF“ und das „gesundheitsorientierte interdisziplinäre Team“ zur persönlichen Zielentwicklung positiv auf gesundheitlich eingeschränkte Personen und insbesondere deren gesundheitliche Einschränkungen an sich auswirken und digitale Services eine face-to-face-Betreuung oder ärztliche Beratung wirksam unterstützen oder gar ersetzen können sowie insgesamt: ob nicht gerade auf dem Feld der Prävention in Zukunft stärkere, ggf. gebündelte Aktivitäten mehr Durchschlagskraft mit dem Ziel der beruflichen und sozialen Teilhabe sowie im Kontext „Prävention vor Rehabilitation“ entfalten können.
Insgesamt sollen in der 5-jährigen Projektlaufzeit auf diesem Weg ca. 3.375 Kundinnen und Kunden für den gesamten Jobcenterverbund von dem Angebot profitieren (davon im Jobcenter Holzminden ca. 675 Teilnehmer/innen, im Jobcenter Landkreis Northeim und Hameln-Pyrmont je rund 844 und im Jobcenter Kreis Siegen-Wittgenstein ca. 1.013 Teilnehmer/innen). Durch das Modellprojekt S.P.G. erwarten wir folgende Verbesserungen für die Zielgruppe in Bezug zu den förderpolitischen Zielen: Von den Teilnehmenden sollen am Ende mind. 30 % ihre Erwerbsfähigkeit ausgeweitet haben, mind. 20 % in sozialversicherungspflichtige oder geringfügige Beschäftigung integriert worden sein, mind. 80 % an gesundheitsfördernden Angeboten des Service-Points oder darüber hinaus gehenden Behandlungen teilgenommen und 70 % ihre gesellschaftliche Teilhabe verbessert haben.
Wir beabsichtigen, etablierte Formate in der Zusammenarbeit der Akteure des Service-Points aufrechtzuerhalten und in der gemeinsamen Fallarbeit verbindlich zu machen. Positive Effekte und Erkenntnisse zu den Wirkungen der innovativen Leistungen sollen perspektivisch in Ausschreibungen/Maßnahmen nach §45 SGB III integriert und die erprobten Möglichkeiten, mehr kommunale Eingliederungsleistungen nach §16a SGB II in Maßnahmen nach §45 SGB III zu kombinieren, dauerhaft berücksichtigen werden.
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
01.01.2022
Abschluss:
31.12.2026
Fördernummer:
662Z0041P3
Kostenträger:
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ (zweiter Förderaufruf)
ICF-Bezug des Projekts:
- Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.
Projektleitung:
- Schmitz, Michael
Institutionen:
Jobcenter Landkreis Northeim (Verbundkoordinator)
Scharnhorstplatz 14
37154 Northeim
Telefon:
0555198800570
E-Mail:
michael.schmitz@jobcenter-ge.de
Homepage:
https://www.jobcenter-northeim.de
Softdoor GmbH
Wormser Str. 5-7
646532 Bensheim
Homepage:
https://www.softdoor.de
Service Point Health and Work (S.P.G.)
Schlagworte:
- Bedarfsermittlung |
- Beratung |
- Berufliche Teilhabe |
- Digitales Angebot |
- Digitale Teilhabe |
- Erprobung |
- Erwerbsfähigkeit |
- Fallkonferenz |
- Gesundheitliche Einschränkung |
- Gesundheitsförderung |
- Implementierung |
- Innovation |
- Interdisziplinarität |
- Jobcenter |
- Kooperation |
- Leistungserbringung |
- Netzwerk |
- Prävention vor Rehabilitation |
- Rehabilitation vor Rente |
- rehapro |
- SGB 2 |
- Soziale Teilhabe |
- Telemedizin |
- Trägerübergreifend |
- Versorgung |
- Zweiter Förderaufruf
Referenznummer:
R/FO126019
Informationsstand: 05.01.2022