Projektart: Gefördertes Projekt Wissenschaftliche Arbeit Studie
Beschreibung / Inhalte
Ziel des Vorhabens ist es, unter Einbezug von Experten unterschiedlicher Akteursbereiche derzeit eingesetzte Verfahren und Instrumente zur Bedarfsermittlung betreffend Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben zu erfassen und nach verschiedenen Kriterien systematisch aufzubereiten. Weiterhin werden Optimierungsmöglichkeiten zur gezielteren Steuerung im Prozess der beruflichen Rehabilitation analysiert. Dabei werden insbesondere auch die Möglichkeiten und Grenzen der ICF untersucht. Aus den Analysen sollen Empfehlungen abgeleitet werden, wie die berufliche Rehabilitation behinderter Menschen zukünftig personenzentrierter, effektiver und effizienter erfolgen kann.
Primär werden mit dem Projekt die Teilhabe von jugendlichen und erwachsenen Menschen mit bestehenden oder drohenden Schwerbehinderungen bzw. Gleichstellung sowie der Leistungsbereich von Qualifikations- bzw. Integrationsmaßnahmen fokussiert. Ein wesentlicher Kernpunkt der Bedarfsermittlung liegt auf dem Beginn des Rehabilitationsprozesses; daneben soll auch der weitere Verlauf mit erfasst werden. Als zentrale Rahmenbedingungen werden die Orientierung an individuellen Teilhabezielen, betriebliche Anforderungen und Praktikabilität betont.
siehe auch Folgeprojekt:
Basiskonzept für die Bedarfsermittlung in der beruflichen Rehabilitation
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
19.03.2012
Abschluss:
30.09.2013
Kostenträger:
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
ICF-Bezug des Projekts:
- Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.
- Die ICF ist Forschungsgegenstand (d.h. es werden z.B. Core-Sets oder ICF-basierte Instrumente / Assessments entwickelt, Items operationalisiert oder die ICF-Anwendung erprobt).
Projektleitung:
- Seel, Helga, Prof. Dr.
Mitarbeitende:
- Schubert, Michael, Dr. |
- Penstorf, Carola
Institutionen:
Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation e. V. (BAR)Ansprechpersonen: Dr. Michael Schubert, Carola PenstorfSolmsstraße 18 / Gebäude E60486 Frankfurt am Main
Telefon:
069 605018-0
E-Mail:
info@bar-frankfurt.de
Homepage:
https://www.bar-frankfurt.de/
Kooperationspartner:
Bundesarbeitsgemeinschaft der Berufsbildungswerke e. V. (BAG BBW)Ansprechperson: Rainer Lentz
E-Mail:
rainer.lentz@bagbbw.de
Hochschule Magdeburg Stendal, Arbeitsgruppe Rehabilitations- und Versorgungsforschung an der Hochschule Magdeburg-StendalAnsprechperson: Prof. Dr. Matthias Morfeld
E-Mail:
matthias.morfeld@h2.de
Der Leistungsbereich der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben ist in verschiedener Hinsicht durch Heterogenität geprägt. Diese Heterogenität kennzeichnet sich insbesondere durch die Vielfältigkeit a) der Personengruppen, deren individuelle Bedarfslagen (Teilhabeeinschränkungen) und deren Teilhabeziele, b) der möglichen Leistungsträger und Leistungserbringer sowie c) die Art und den Umfang der Leistungen und deren spezifische Zielstellungen. Sie ist dabei auch Folge des differenzierten Leistungsrechts im gegliederten Sozialsystem sowie einer bestehenden Zielgruppen-, Leistungs- und Anbieterdifferenzierung. Empirisch bildet sich die Heterogenität u. a. in Analysen zum Zuweisungsgeschehen von Leistungsträgern und der Leistungsträgerschaften bei Leistungserbringern ab. Einrichtungsbezogen betrachtet weist die Deutsche Rentenversicherung (DRV) Leistungsberechtigte insbesondere den Berufsförderungswerken (33 %) und freien Bildungsträgern (20 %) zu, bei Integrationsämtern/Hauptfürsorgestellen spielen (erwartungsgemäß) v. a. Integrationsfachdienste (IFD) als Leistungserbringer eine bedeutsame Rolle (28 %) und i. R. d. Sozialhilfe kommt (gleichfalls erwartungsgemäß) Werkstätten für behinderte Menschen eine zentrale Bedeutung zu (95 %). Auf der anderen Seite sind für die Leistungserbringer jeweils verschiedene Leistungsträger besonders wesentlich: z. B. für Berufsbildungswerke (BBW) die Bundesagentur für Arbeit sowie für BFW und Einrichtungen zur Rehabilitation Psychisch Kranker (RPK) die DRV. Alle der untersuchten sieben Leistungserbringertypen geben dabei mindestens drei relevante Leistungsträger an. Aus Leistungserbringerperspektive spielen als Zugangswege neben den sicherlich zentralen Leistungsträgern aber auch weitere Akteure eine wesentliche Rolle. Sei es durch Information und Beratung (z. B. Beratungsstellen/Selbsthilfe), sei es durch spezifische Antragsunterstützung (z. B. niedergelassene Haus-/Fachärzte) oder durch Initiative für bzw. gemeinsam mit den Betroffenen (z. B. Angehörige/Gesetzliche Betreuer). Diese Zugangswege treten folglich zu den vielfältigen Beziehungen zwischen Leistungsträgern und Leistungserbringer hinzu.
Den ausführlichen Abschlussbericht finden Sie unter:
Schubert, M.; Penstorf, C.; Seel, H.; [u. a.]: Abschlussbericht zum Projekt 'Prüfung von aktuellem Stand und Potential der Bedarfsermittlung von Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben unter Berücksichtigung der ICF (Machbarkeitsstudie). Bundesarbeitgemeinschaft der Berufsbildungswerke - BAG BBW (Hg.), Berlin (2014).
oder:
https://www.bar-frankfurt.de/fileadmin/dateiliste/Startseite/Abschlussbericht_end_x.pdf
Weitere Veröffentlichungen:
Schubert, M.; Penstorf, C.; Bade, S.; Gleisberg, D.; Jonßon, L.; Lentz, R.; Morfeld, M.; Robinson, K.; Seel, H. (2015): Stellenwert und Bedeutung der ICF bei der Ermittlung von Teilhabebedarf in der beruflichen Rehabilitation. In: Berufliche Rehabilitation, 29, 1, 20-34.
Schubert, M.; Bade, S.; Gleisberg, D.; Jonßon, L.; Lentz, R.; Morfeld, M.; Penstorf, C.; Robinson, K.; Seel, H. (2015): Bedarfsermittlung und Bedarfsfeststellung bei Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. In: Recht und Praxis der Rehabilitation, Heft 1, 48-54.
Investigating current procedures and potential of needs assessments in vocational rehabilitation with particular regard to ICF (Feasibility study)
Schlagworte:
- Abschlussbericht |
- Bedarfsermittlung |
- Berufliche Rehabilitation |
- Bestandsaufnahme |
- Effizienz |
- Gleichstellung |
- ICF |
- Instrument |
- Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben |
- Machbarkeitsstudie |
- Möglichkeiten und Grenzen |
- Rehabilitationsprozess |
- Rehabilitationsträger |
- Ressourcenallokation |
- Steuerung |
- Verfahren |
- Zuweisungsprozess
Referenznummer:
R/FO125413
Informationsstand: 28.04.2022