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Projektart: Gefördertes Projekt Verbundprojekt Studie
Rehabilitationsbedürftigkeit von Patienten nach der Klinikentlassung - Evaluation eines Prädiktorensystems und Entwicklung eines Assessmentinstruments

Beschreibung / Inhalte

Zweck und Hintergrund der Untersuchung:

Das Ziel der Studie ist es die unterschiedliche Rückkehrgeschwindigkeit zur Arbeit von Patienten aufzuklären, die an einer stationären medizinischen Rehabilitationsmaßnahme teilgenommen haben und die zum Zeitpunkt der Teilnahme beschäftigt waren. Die Gründe für dieses Verhalten ergeben sich in keinem der Patienten plötzlich zum Ende der Behandlung, sie sind vielmehr das mehr oder minder bewusste Produkt einer langen Erfahrungsreihe.

Methodik:

Die Untersuchung der sich in der Handlung ausdrückende Erfahrungsaufschichtung legt ein längsschnittliches Untersuchungsdesign nahe. Anders als bei einer Panel- oder Trenduntersuchung bei der dieselben Variablen in derselben Operationalisierung denselben Personen zu verschiedenen Zeiten vorgelegt werden wurde mit den Patienten ein biographisches Interview aufgezeichnet in dem die Interviewten ihr Handeln in der Zeit ausführlich erzählen konnten. Das Aufdecken der in den Interviews enthaltenen Sinnhorizonte und die Verdichtung der Texte zu einer gegenstandsnahen Theorie führte zur Identifizierung geschlechtspezifisch differenter Bewältigungsmuster der durch die gesundheitlichen Einschränkungen bedingten veränderten Lebenssituation. Diese Bewältigungsmuster wurden nun in Fragen umgesetzt, mit denen für die Befragten der Aspekt der Erfahrungsreihe angesprochen wurde, um das Punktuelle einer Querschnittserhebung mit dem langfristig angelegtes Handeln nicht erfasst werden kann, auszugleichen.

Ergebnisse und Ausblick:

Der Fragebogen wurde von 281 Patienten an 6 Kliniken ausgefüllt. Die Überprüfung der Hypothesen zeigte, dass Personen mit einer gut ausgebildeten Fähigkeit ihre Zukunft planend in den Griff nehmen zu können, schneller zurückkehren als Personen bei denen diese Fähigkeit weniger gut ausgebildet ist. Die mit dieser Planungsfähigkeit zu überwindenden Hürden stellen sich geschlechtspezifisch unterschiedlich dar, während bei Frauen das Augenmerk auf der Stabilisierung der Beziehung zu ihrem Lebenspartner liegt, steht bei Männern die Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes und der beruflichen Leistungsfähigkeit im Zentrum der Aufmerksamkeit. Das aus der Studie hervorgehende Fragebogeninstrument kann helfen Patienten mit Handlungsdefiziten schon zum Zeitpunkt der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik zu erkennen. Eine Beratung, die gezielt die Handlungswege mit den Betroffenen erarbeitet, die im individuellen Fall erforderlich sind, kann dann die Rückkehr vieler Patienten wesentlich beschleunigen.

Das Projekt ist abgeschlossen. Im Jahre 2003 wurden die Ergebnisse an einer neuen Stichprobe von 171 Patienten und Patientinnen überprüft. Hierbei zeigte sich, dass die Auswertungsmethodik des IRI (Isnyer Rückkehr Inventar) mit einer Sensitivität von 0.71 die verzögert zur Arbeit zurückkehrenden Frauen vorhersagen konnte, bei den Männern lag die Sensitivität bei 0.52. Angesichts der erheblichen Verschiebung in der Rückkehrgeschwindigkeit der RehabilitandInnen zwischen der Erhebungen 1999/ 2000 und 2003 darf die ermittelte Vorhersagegüte bezogen auf die Sensitivität als ein akzeptabler Wert angesehen werden.

Bei Übernahme des IRI in den Dauereinsatz wird eine regelmäßige Kalibrierung empfohlen.

Der Bericht dieser Kreuzvalidierung ist unveröffentlicht. Er wird auf Wunsch als PDF Datei verschickt.

Forschungsverbund Ulm

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.01.1998


Abschluss:

31.03.2002


Kostenträger:

  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
  • Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. - DLR Projektträger des BMBF
  • Deutsche Rentenversicherung Bund

Projektleitung:

  • Dern, Wolfgang L., Prof. Dr. |
  • Raß, Günther |
  • Jilke, Hans-Gerd, Dr. med.

Institutionen:

Rehabilitationswissenschaftlicher Forschungsverbund Ulm
Forschungsinstitut für Rehabilitationsmedizin an der Universität Ulm
https://ifr-ulm.de/
Kontaktadresse:
Prof. Dr. Wolfgang L. Dern
Diploma Hochschule Nordhessen
Allmannsweiler Sraße 104
88046 Friedrichshafen

Dern, Wolfgang; Hanses, A.: Berufsfindung und Biographie. Biographische Diagnostik als Zugang zu den Sinnhorizonten und Ressourcen der Menschen in der beruflichen Rehabilitation. In: Die Rehabilitation, 40. Jg. (2001), S. 289-303.

Dern, Wolfgang: Der Weg zurück zur Arbeit. Geschlechts- und statusspezifische Differenzen in der Wirkung medizinischer Rehabilitationsmaßnahmen. Osnabrück (DER ANDERE VERLAG) 2003.

Dern, Wolfgang; Raß, Günther: Erfahrungen mit biographieorientierten Instrumenten zur beruflichen Rehabilitationsdiagnostik und Prognose. Aus: Blumenthal, W.; Rische, H. (Hrsg.): Selbstbestimmung in der Rehabilitation. Chancen und Grenzen. Ulm (Universitätsverlag Ulm) 2000. (=Band 9 der "Interdisziplinären Schriften zur Rehabilitation") S. 175-186.

Dern, Wolfgang; Raß, Günther: Vorhersage des Erhalts der beruflichen Eingliederung von Patienten nach der Klinikentlassung. Aus: Schuntermann, Michael; Schliehe, Ferdinand (Hrsg.): Tagungsband. 10. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium. Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis. Frankfurt 2001. (=DRV-Schriften Band 26) S. 226-228.

Dern, Wolfgang; Raß, Günther: Geschlechts- und statusspezifische Prädiktoren beeinflussen den Weg zurück zur Arbeit. Aus: Schuntermann, Michael; Schliehe, Ferdinand (Hrsg.): Tagungsband. 11. Rehabilitationswissenschaftliches Kolloquium. Teilhabe durch Rehabilitation. Frankfurt 2002. (=DRV-Schriften Bd. 33) S. 332-334.

Patients' need for rehabilitation after hospital discharge - evaluation of a predictor system and development of an assessment tool

Purpose and background of the study: The purpose of the study is to elucidate the different rate of return to work of patients who have participated in an inpatient medical rehabilitation program and who were employed at the time of participation. The reasons for this behavior do not arise suddenly in any of the patients at the end of treatment; rather, they are the more or less conscious product of a long series of experiences. Methodology: The study of the stratification of experience expressed in action suggests a longitudinal study design. Unlike a panel or trend study in which the same variables in the same operationalization are presented to the same people at different times, a biographical interview was recorded with the patients in which the interviewees could recount their actions in detail over time. The uncovering of the horizons of meaning contained in the interviews and the condensation of the texts into a theory close to the subject led to the identification of gender-specific different coping patterns of the changed life situation caused by the health restrictions. These coping patterns were now translated into questions that addressed the aspect of a series of experiences for the respondents in order to compensate for the punctuality of a cross-sectional survey with which long-term action cannot be captured. Results and outlook: The questionnaire was completed by 281 patients at 6 clinics. The testing of the hypotheses showed that people with a well-developed ability to plan their future return to work more quickly than people with a less well-developed ability to plan. The hurdles to be overcome with this planning ability present themselves differently according to gender; while women's attentiveness is focused on stabilizing their relationship with their life partner, men's attentiveness is focused on concerns about maintaining their workplace and job performance. The questionnaire instrument that emerged from the study can help identify patients with action deficits at the time of discharge from the rehabilitation clinic. Counseling that specifically works out the courses of action with those affected that are necessary in the individual case can then significantly accelerate the return of many patients. The project has been completed. In 2003, the results were checked on a new sample of 171 patients. This showed that the evaluation methodology of the IRI (Isny Return Inventory) was able to predict women returning to work with a delay with a sensitivity of 0.71; for men, the sensitivity was 0.52. In view of the considerable shift in the rate of return of the rehabilitants between the 1999/ 2000 and 2003 surveys, the prediction quality determined may be regarded as an acceptable value in terms of sensitivity. Regular calibration is recommended when the IRI is adopted for continuous use. The report of this cross-validation is unpublished. It will be sent as a PDF file upon request. Research association Ulm

This text was automatically translated by DeepL.

Referenznummer:

R/FOFVB8P6


Informationsstand: 08.11.2022