Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt Umsetzungsprojekt
PolyFM – Fallmanagement für Versicherte mit Polytrauma und anderen komplexen Bedarfen

Beschreibung / Inhalte

Anschlussheilbehandlungen (AHB) sind ein Bindeglied zwischen der Akutbehandlung der Krankenversicherungen und dem Ansatz der Erhalt der Erwerbsfähigkeit der Deutschen Rentenversicherung. AHBs werden vor allem in den Bereichen von Neubildungen, Herz-Kreislauferkrankungen, neurologischen Erkrankungen und orthopädischen Leiden vorgenommen. Das Ziel ist die nahtlose Versorgung von Patienten und die Rückkehr in die Erwerbstätigkeit.

In einigen Fallgruppen, insbesondere solchen, in denen die Akutbehandlung durch einen Unfall oder Polytrauma unvorhersehbar und kaum zu bewältigen ist, bedürfen die Patienten neben der medizinischen Versorgung auch einer Orientierung im Dickicht der bisher nicht vorhergesehenen Bedarfe, um die richtigen Hilfen zur richtigen Zeit zu erhalten. Geschieht dies nicht, besteht das Risiko einer dauerhaften Einschränkung der Teilhabe und der möglichen Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit. Rund zehn Prozent der Anträge auf AHB werden bereits im Antragsverfahren oder nach einer ersten erfolgten medizinischen Rehabilitationsmaßnahme nach § 116 Abs. 2 Nr.1 bzw. 2 SGB VI umgedeutet.

Das Projekt erfasst den Bereich der AHBs systematisch und schafft eine Wissensbasis für die Planung gezielter Maßnahmen. Es stellt konkret ein Fallmanagement für Versicherte insbesondere mit Polytrauma bereit, wobei zunächst offen bleibt, ob eine konkrete, regelhafte Leistung der Rentenversicherung erbracht werden kann bzw. muss. Die Versicherten sollen jedoch mittels eines Rehakompasses die entscheidenden Hilfen, auch anderer Sozialleistungsträger, vermittelt bekommen. Faktisch stellt sich das Verfahren zudem als Unterstützung der Umsetzung und Weiterführung des Entlassmanagements der Krankenhäuser nach § 39 Abs. 1a SGB V dar.

Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

Beginn:

01.04.2022


Abschluss:

31.03.2026


Fördernummer:

662S0173X1

Kostenträger:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS), Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ (zweiter Förderaufruf)

ICF-Bezug des Projekts:

  • Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.

Projektleitung:

  • Stelzig, Claudia

Mitarbeitende:

  • Steinbach, Nina

Institutionen:

Deutsche Rentenversicherung Braunschweig-Hannover
Lange Weihe 6
30880 Laatzen
Telefon: 05118290 E-Mail: rehapro@drv-bsh.de Homepage: https://www.deutsche-rentenversicherung.de/BraunschweigHann...

PolyFM: case management for persons with multiple severe injuries

The project provides case management for polytrauma patients during their period of rehabilitation and develops a knowledge base for future interventions. In the current setting, persons with severe injuries are required to have obtained a medium level of recovery and regained the ability to perform certain daily tasks, before they can enter occupational rehabilitation programmes. In certain cases, this means a long waiting period in between hospital discharge and rehabilitation admission. During this time, polytrauma patients are left “alone” and without rehabilitative support that would enable them to easily return to work. The project will establish a network of specialised hospitals in Lower Saxony and will organise regular information days. On those days, a dedicated case manager will undertake a first assessment of prospective participants’ chances to return to work. If positive, the case manager will accompany the severely injured person for a period of around six months and provides guidance to necessary steps in returning to work. In addition, administrative records will be analysed in order to provide insights about the impact of aftercare starting immediately after discharge from the intensive care unit. The project’s goals are: - To inform recent polytrauma patients about options for occupational rehabilitation - To provide individual support to severely injured persons by guiding them to existing support measures - To structure the process of recovery with the aim of enabling severely injured persons to return to work once fully recovered The estimated number of participants is 50 to 60 persons, depending on the number and severity of the recruited persons. The project will focus on regions around selected specialised hospitals in Lower Saxony. The success of the project will be measured by comparison with a historical cohort/a group of past occupational rehabilitation patients with polytrauma.

Referenznummer:

R/FO126014


Informationsstand: 06.02.2023