Projektart: Gefördertes Projekt
Monitoringstelle gemäß Art. 33 Abs. 2 der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Beschreibung / Inhalte

Hintergrund und Zielsetzung:

Nach dem Inkrafttreten des entsprechenden Ratifikationsgesetzes zum 1. Januar 2009 wurde am Dienstag, 24. Februar 2009 die Ratifikationsurkunde zum Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen und zum Fakultativprotokoll im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York hinterlegt. Damit werden beide völkerrechtlichen Verträge nach Ablauf von 30 Tagen für Deutschland verbindlich.

Das Übereinkommen ist ein völkerrechtlicher Vertrag, der bestehende Menschenrechte für die Lebenssituation behinderter Menschen konkretisiert. Ziel des Übereinkommens ist es, die Chancengleichheit behinderter Menschen zu fördern und ihre Diskriminierung in der Gesellschaft zu unterbinden. Der Text sieht vor, dass ein Vertragsausschuss mit Sitz in Genf eingerichtet wird, der die Umsetzung des Übereinkommens in den Vertragsstaaten beobachtet. Das Fakultativprotokoll eröffnet behinderten Menschen die Möglichkeit, sich mit einer Beschwerde an den im Übereinkommen vorgesehenen Vertragsausschuss zu wenden, wenn der innerstaatliche Rechtsweg erfolglos war. Erachtet der Vertragsausschuss eine Beschwerde für begründet, übermittelt er dem betreffenden Vertragsstaat seine Vorschläge und Empfehlungen. Das Übereinkommen und das Fakultativprotokoll sind am 3. Mai 2008 in Kraft getreten.

Nach der Ratifikation sind die Vertragsstaaten nach Artikel 33 des Übereinkommens verpflichtet, auf einzelstaatlicher Ebene eine unabhängige Stelle zur Förderung und Überwachung des Übereinkommens zu bestimmen oder zu schaffen. Dabei sollen die Vertragsstaaten die "Pariser Prinzipien der Vereinten Nationen betreffend den Status von innerstaatlichen Einrichtungen zum Schutz und zur Förderung von Menschenrechten vom 20. Dezember 1993" (Res. 48/134) beachten. Die "Pariser Prinzipien" beschreiben Aufgabenbereiche und Funktionsweise von nationalen Instituten für Menschenrechte.

Die Bundesregierung hat mit Beschluss vom 1. Oktober 2008 beschlossen, das Deutsche Institut für Menschenrechte e. V. mit der Wahrnehmung der Aufgabe nach Artikel 33 Absatz 2 des Übereinkommens zu betrauen. Das Deutsche Institut für Menschenrechte wurde auf Initiative der Rot/ Grünen Bundesregierung im Jahr 2000 auf der Grundlage eines fraktionsübergreifenden Bundestagsbeschlusses gegründet. Er beinhaltet ein weites Mandat zur Förderung und zum Schutz der Menschenrechte und garantiert seine Unabhängigkeit. Er nimmt dabei ausdrücklich auf die Pariser Prinzipien Bezug.

Aufgaben:

Das Institut wird folgende Aufgaben als Monitoringmechanismus abdecken:
  • Information und Dokumentation
  • Anwendungsorientierte Forschung, insbesondere auf das "Monitoring" bezogene Forschungstätigkeit (keine eigenständige empirische Forschungstätigkeit, auch keine Vergabe von Forschungsaufträgen)
  • Politikberatung, insbesondere konstruktive Begleitung von Umsetzungsprozessen der Konvention in Bund und Länder (z. B. in Form von Stellungnahmen zu Gesetzesvorhaben; Veranstaltungen etc.) sowie Beratung von Verbänden
  • Aufbau und Koordination eines bundesweiten Qualitätsnetzwerkes
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, insbesondere Aufbau einer barrierefreien Webseite
  • Zusammenarbeit mit allen relevanten Akteuren

  • Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.

    Beginn:

    01.01.2009


    Abschluss:

    laufend


    Fördernummer:

    GRR-58330-6/2

    Kostenträger:

    • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)

    Projektleitung:

    • Joestel, Dirk

    Institutionen:

    Deutsches Institut für Menschenrechte e.V.Zimmerstr. 26/2710969 BerlinDirk Joestel Telefon: 030 259359-53 E-Mail: joestel@institut-fuer-menschenrechte.de Homepage: https://www.institut-fuer-menschenrechte.de/

    Monitoring Body pursuant to Art. 33 (2) of the UN Convention on the Rights of Persons with Disabilities

    Background and objectives: Following the entry into force of the relevant ratification law on January 1, 2009, the instrument of ratification of the Convention on the Rights of Persons with Disabilities and the Optional Protocol was deposited at United Nations headquarters in New York on Tuesday, February 24, 2009. This means that both international treaties will become binding for Germany after 30 days. The Convention is a treaty under international law that puts existing human rights into concrete terms for the living situation of people with disabilities. The aim of the Convention is to promote equal opportunities for disabled people and to prevent discrimination against them in society. The text provides for the establishment of a treaty committee based in Geneva to monitor the implementation of the Convention in the States Parties. The Optional Protocol opens the possibility for persons with disabilities to address a complaint to the treaty committee provided for in the Convention if domestic legal recourse has been unsuccessful. If the treaty committee considers a complaint to be well-founded, it transmits its proposals and recommendations to the State party concerned. The Convention and Optional Protocol entered into strength on May 3, 2008. Following ratification, Article 33 of the Convention requires States Parties to designate or establish an independent body at the national level to promote and monitor the Convention. In doing so, States Parties are to observe the "United Nations Paris Principles concerning the Status of Domestic Bodies for the Protection and Promotion of Human Rights of 20 December 1993" (Res. 48/134). The "Paris Principles" describe the areas of responsibility and functioning of national institutes for human rights. In its decision of October 1, 2008, the German Federal Government decided to entrust the German Institute for Human Rights e. V. with the task under Article 33(2) of the Convention. The German Institute for Human Rights was founded on the initiative of the Red/Green federal government in 2000 on the basis of a cross-party Bundestag resolution. It has a broad mandate to promote and protect human rights and guarantees its independence. In doing so, it makes explicit reference to the Paris Principles. Tasks: The Institute will cover the following tasks as a monitoring mechanism: - Information and documentation - Application-oriented research, in particular research activities related to "monitoring" (no independent empirical research activities, also no awarding of research contracts) - Policy advice, in particular constructive accompaniment of implementation processes of the Convention at the federal and state levels (e. g. E.g. in the form of statements on legislative proposals; events etc.) as well as advice to associations - Establishment and coordination of a nationwide quality network - Press and public relations work, in particular establishment of a barrier-free website - Cooperation with all relevant agents

    This text was automatically translated by DeepL.

    Referenznummer:

    R/FO3728


    Informationsstand: 05.02.2020