Projektart: Gefördertes Projekt Verbundprojekt
Beschreibung / Inhalte
Die Wertschöpfung der Zukunft kann nur nachhaltig gestaltet werden, wenn Mensch, Technik und Organisation integrativ zusammenwirken.
Das Anliegen der Fördermaßnahme „Innovative Arbeitswelten im Mittelstand“ ist es, die Zusammenarbeit und Arbeit von Menschen mittels neuartiger digitaler Werkzeuge nachhaltiger zu gestalten. Dabei sollen sozio-technische Lösungen entstehen, die Forschung und Praxis verbinden. Als Rückgrat der deutschen Wirtschaft wird der Mittelstand durch eine anwendungsnahe, arbeitswissenschaftliche Begleitung bei der Implementierung unterstützt. FuE-Bedarfe liegen auf dem lebenslangen Erwerb von Kenntnissen und Fähigkeiten im Unternehmen, der intelligenten Bereitstellung von Wissen bei der Arbeit sowie auf neuen Formen der Zusammenarbeit von Menschen in oder zwischen Unternehmen.
Kontextspezifische Assistenz bei der Arbeit für Kompetenzerwerb und Inklusion:
Die Digitalisierung des Arbeitslebens fördert neben der Vernetzung den Zugang zu Infrastruktur, Barrierefreiheit, Kompetenzaufbau und somit eine erweiterte gesellschaftliche Teilhabe. Dieser digitale Wandel stellt v.a. Menschen mit Behinderungen vor persönliche und organisationale Herausforderungen und Anpassungen. Damit diese ebenso an einem Prozess des lebenslangen Lernens teilhaben sowie an die Anforderungen am Arbeitsplatz herangeführt werden können, sind nicht nur personenbezogene Vereinfachungen zu schaffen – wünschenswert ist vielmehr eine kontinuierliche individuell kontextspezifisch angepasste Assistenz während der Arbeit.
Ziel des Forschungsprojekts KomIn2Assist ist die Entwicklung eines Assistenzsystems, das insbesondere für Menschen mit Beeinträchtigungen Informationen kontextbewusst und mittels textbasierter Interaktion Wissen und Coaching bereitstellt. Damit folgt das Projekt dem „Design for All“-Gedanken. Statt einer permanenten Überwachung, die als Bevormundung verstanden werden kann, werden durch situationsspezifische Hinweise Kompetenz, Autonomie und Selbstvertrauen der Anwendenden gestärkt. Zugleich wird über Gamification-Elemente die Motivation zu explorativem Lernen und Arbeiten gesteigert.
Basis für das Assistenzsystem ist der bereits am Markt etablierte Montageassistenztisch „Schlauer Klaus“. Dieser wird innerhalb des Projekts für die Arbeit von Menschen mit Beeinträchtigung in drei Bereichen weiterentwickelt. Zuerst wird die Schnittstelle erarbeitet, die den Mitarbeitenden kontextspezifisches Feedback gibt. Daran schließt die Entwicklung der Gamification an, mit dessen Unterstützung die Motivation mit Elementen aus dem Spielebereich positiv beeinflusst werden. Der letzte Bereich umfasst die Entwicklung einer KI, die das sogenannte Einteachen (Einlernen) unterstützen soll. Damit gelingt eine teilautomatisierte Vereinfachung, die Arbeitsaufträge schnell und niederschwellig in das System zu übertragen. Der Entwicklungsprozess wird aus drei Iterationszyklen bestehen, an deren Ende jeweils nutzer-zentrierte Studien und Evaluationen stehen. Diese finden unter realen Bedingungen bei den drei Anwendungspartnern, basierend auf standardisierten Methoden zur Belastungs- und Akzeptanzmessung, statt.
Im Ergebnis entsteht ein neuartiges Assistenzsystem für Menschen mit Beeinträchtigungen, welches nicht die Behinderung auszugleichen versucht, sondern den Arbeitsprozess durch Adaptivitätsstufen an die Mitarbeitenden anpasst. Es wird Arbeitswissen geteilt und Mitarbeitende dazu befähigt, selbstständig zu arbeiten und somit am Arbeitsmarkt teilzuhaben. Perspektivisch kann dieses Assistenzsystem auf weitere Gruppen, wie beispielsweise Menschen mit Migrationshintergrund oder ältere Menschen, übertragen werden.
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
01.01.2023
Abschluss:
31.12.2025
Fördernummer:
02L22B040
Kostenträger:
- Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) - Innovative Arbeitswelten im Mittelstand
ICF-Bezug des Projekts:
- Das Projekt hat keinen ausdrücklichen ICF-Bezug.
Projektleitung:
- Bauer, Michael
Institutionen:
Femos gGmbH
Robert-Bosch-Str. 15
71116 Femos Gärtringen
Telefon:
0703427960
E-Mail:
komin2assist@femos-zenit.de
Homepage:
https://www.komin2assist.de
Projektpartner:
Die Lebenswerkstatt e.V.
Intra-Mechanik gGmbH
Hochschule Offenburg
Optimum Datamanagement Solution GmbH
Schlagworte:
Referenznummer:
R/FO126169
Informationsstand: 30.04.2025