Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt
Beschreibung / Inhalte
Zielgruppe:
Die übergeordnete Zielgruppe unseres Modellprojektes sind Kundinnen und Kunden im SGB II mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Einschränkungen und komplexen Unterstützungsbedarfen. Jedes Jobcenter hat sich auf eine spezielle Zielgruppe aus diesem sehr komplexen Bereich fokussiert:Kommunales KreisJobcenter Landkreis Fulda:
Alleinerziehende im Leistungsbezug SGB II mit nicht nur vorübergehenden gesundheitlichen Beeinträchtigungen (bis max. 40 Jahren).
Kommunales Jobcenter Landkreis Hersfeld-Rotenburg:
Leistungsberechtigte im SGB II mit nicht nur vorübergehenden psychischen Beeinträchtigungen
KVA Vogelsbergkreis - Kommunales Jobcenter:
Leistungsberechtigte im SGB II mit nicht nur vorübergehenden orthopädischen Erkrankungen bzw. des Bewegungsapparates, Personen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen und insgesamt komplexen gesundheitlichen Unterstützungsbedarfen.
Die jeweiligen Zielgruppen verweilen nicht selten dauerhaft im SGB II-Leistungsbezug – oftmals in der „Grauzone“ zwischen dem SGB II und SGB XII. Das Risiko einer dauerhaften Erwerbsunfähigkeit erhöht sich, wenn diese Menschen keine schnellen und auf ihren individuellen Bedarf hin zugeschnittene Hilfen erhalten.
Projektdesign:
Unser Modellvorhaben bewegt sich dabei außerhalb der üblichen organisatorischen „Routinen“ unserer Jobcenter (mit Ausnahme der passiven Leistungsgewährung) und kann als neu geschaffener Experimentierraum angesehen werden. Freiwilligkeit zur Teilnahme ist Grundvoraussetzung. Sanktionen sowie verpflichtende Abschlüsse von Eingliederungsvereinbarungen werden „ausgesetzt“ und durch alternative/experimentelle Formen (z.B. Abschluss persönlicher Zielvereinbarungen, Förderplan) ersetzt.Der Aufbau des Projektes ist in vier zentrale Phasen untergliedert, mit jeweils eigener thematischer Schwerpunktsetzung:
Phase 1: „Clearing/Teilnehmer/-innen-Gewinnung“ (ca. 4 Wochen)
In der Phase 1 „Clearing/Teilnehmenden-Gewinnung“ wird es insbesondere darum gehen, die Motivation der Personen zur freiwilligen Teilnahme am Modellvorhaben zu wecken.
Hierzu finden gemeinsame Besprechungen zwischen der bisher zuständigen Integrationsfachkraft, der Kundin/ dem Kunden und der innerhalb des Modellvorhabens vorgesehenen „Kümmerer“ statt. Diese Kundengespräche finden sozialraumorientiert statt, mit dem Ziel der freiwilligen Teilnahme am Modellvorhaben.
Phase 2: „Auszeit“ (ca. 8 Wochen)
Die unmittelbar an Phase 1 anknüpfende Phase 2 „Auszeit“ soll es ermöglichen, dass die Teilnehmenden eine Veränderung zur bisherigen Situation spürbar erleben und ihre Selbsthilfepotentiale aktivieren können. Dies unter gezielter professioneller Unterstützung des „Kümmerers“, welche darauf ausgelegt sein soll, die gesundheitlichen Einschränkungen in ihrer Ausformung zu eruieren und mithilfe von gezielten Hilfsangeboten unmittelbar anzugehen.
Die Phase der „Auszeit“ wird im Rahmen einer Gruppenbildung von geplant je 15 Teilnehmenden u. a. durch folgende inhaltlichen Bausteine gekennzeichnet sein:
Zur Seite wird den Teilnehmenden dabei weiter der „Kümmerer“ stehen. In seiner Rolle als zentraler Ansprechpartner, Lotse und Begleiter wird er für die gesamte Projektlaufzeit und alle Phasen in dieser Rolle fungieren.
Die „Auszeit“ soll für die Ermöglichung des Perspektivwechsels ebenfalls bewusst außerhalb der Räumlichkeiten der Jobcenter und der Projektstandorte stattfinden und mit Gruppentreffen von montags bis freitags beginnend mit 3 Stunden täglich stattfinden.
Die Ziele der „Auszeit“ lassen sich für die Teilnehmer/innen abschließend wie folgt zusammenfassen:
Für uns wird die Phase der „Auszeit“ entscheidend zur „Auftragsklärung“ beitragen und zur Beantwortung der Fragestellung, welche konkreten Handlungsbedarfe in der weiteren Umsetzung des Modellprojektes gemeinsam mit der Kundin / dem Kunden „angepackt“ werden sollten.
Phase 3: „Resümee/persönliche Zielvereinbarung“ (ca. 4 Wochen)
In Phase 3 „Resümee/persönliche Zielvereinbarung“ wird es konkret darum gehen gemeinsame Verbindlichkeiten für das weitere Vorgehen herzustellen. Ziel ist es einen konkreten Förderplan zu erstellen.
Entscheidend hierbei ist, dass die Kund/innen dort ihre persönlichen Ziele zur Grundlage der Planung machen. Der „Kümmerer“ hat nicht die Rolle, die Ziele vorzugeben. Vielmehr übernimmt er die Rolle eines persönlichen Beraters und stellt das „Mögliche und Machbare“ in den Vordergrund – entscheiden muss der Kunde/die Kundin letztlich selbst – nur „Nichtstun ist verboten!“
Die im Rahmen der „Auszeit“ gebildeten Gruppen sollen weiter bestehen bleiben (z.B. gemeinsame Aktivitäten, Freizeitplanung etc.)
Phase 4: „Durchführung der Hilfen“ (bis zu ca. 80 Wochen)
Die Hauptphase des Projektes „Durchführung der Hilfen“ (bis zu ca. 80 Wochen) wird dadurch gekennzeichnet sein, die innerhalb Phase 3 „Resümee/persönliche Zielvereinbarung“ identifizierten und erforderlichen Hilfen zur Teilhabe beruflich wie sozial (inkl. Verbesserung der gesundheitlichen Situation) der Teilnehmenden anzugehen und umzusetzen.
In dieser Hauptphase wird der „Kümmerer“ die Teilnehmenden im Hilfeprozess weiterhin engmaschig begleiten und sie bei der Ansteuerung von Hilfen (z.B. von Krankenkassen, Rentenversicherung oder im Rahmen des Projektes durch die Jobcenter selbst bereitgestellter Angebote, z.B. zur Prävention) aktiv unterstützen.
Die Phase der „Durchführung der Hilfen“ bewegt sich von ihrem Angebotsspektrum im Wesentlichen auf vier zentralen Handlungsfeldern, jeweils abhängig vom individuellen Bedarf der Teilnehmenden:
1. Hilfe zur Selbsthilfe
2. Prävention
3. Gesellschaftliche und berufliche Teilhabe
4. Medizinische Hilfen
Auf diesem Weg sollen für den gesamten JC-Verbund rund 500 Kundinnen und Kunden (konkret: 495) von dem Angebot profitieren (pro JC 165). Von der Teilnahme am Projekt ausgeschlossen sind Menschen, die akut behandlungsbedürftig erkrankt sind und/oder als Folge die erforderliche Fähigkeit zur Mitarbeit nicht erbringen können. In jeder Phase des Projektes ist es den Teilnehmenden möglich aus dem Projekt auszusteigen. Die Teilnahme kann aber auch in begründeten Fällen vom Projektträger beendet werden (z.B. mangelnde Kooperation). Eine Unterbrechung der Teilnahme ist möglich, wenn z.B. eine längere z.B. stationäre Behandlung erforderlich ist oder andere wichtige Grunde vorliegen.
Projektziele:
Wir erwarten folgende unmittelbare Verbesserungen durch die Teilnahme am Modellprojekt:und möchten mit den Teilnehmenden erreichen:
1. Erhalt und Verbesserung der Erwerbsfähigkeit
2. Verbesserung der beruflichen Teilhabe
3. Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe
Innovation des Projektes:
Neuartig und innovativ beim vorliegenden Modellprojekt sind im Vergleich zur üblichen Praxis und mit Blick auf den Umfang insbesonderedie engmaschige Begleitung durch einen „Kümmerer“ im Projekt, welcher sich als „Lotse“ rechtskreisübergreifend für die Ansteuerung und Umsetzung zielgerichteter Hilfen verantwortlich zeichnet.
Projektbeschreibung von Projektverantwortlichen übernommen.
Beginn:
01.11.2019
Abschluss:
31.10.2024
Fördernummer:
LK Fulda 661Z0522K1, LK Vogelsbergkreis 661Z0522P3, LK Hersfeld-Rotenburg 661Z0522 P2
Kostenträger:
- Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ (erster Förderaufruf)
ICF-Bezug des Projekts:
- Das Projekt hat keinen ausdrücklichen ICF-Bezug.
Projektleitung:
- Schäfer, Alexander
Institutionen:
Landkreis Fulda - Kommunales KreisJobcenter Fulda
(Projektkoordination Alexander Schäfer)
Robert-Kircher-Str. 24
36037 Fulda
(0661) 6006-8066
alexander.schaefer@landkreis-fulda.de
https://www.job-fulda.de
Verbundpartner:
Kommunales Jobcenter Landkreis Hersfeld-Rotenburg
(Projektleitung Martina Baumert)
Friedloser Straße 12
36251 Bad Hersfeld
https://www.jobcenter-hef-rof.de
KVA Vogelsbergkreis - Kommunales Jobcenter
(Projektleitung Sabine Welter)
Bahnhofstraße 49
36341 Lauterbach
https://www.kva-vogelsbergkreis.de
Evaluation:
Hochschule Fulda
(Prof. Dr. Frank Unger)
A high 3 / time-out-active-work
Schlagworte:
- Arbeitslosigkeit |
- Berufliche Teilhabe |
- Besonderer Unterstützungsbedarf |
- Erster Förderaufruf |
- Erwerbsfähigkeit |
- Förderplanung |
- Gesundheitliche Einschränkung |
- Gesundheitsförderung |
- Herz-Kreislauf-Erkrankung |
- Hilfe zur Selbsthilfe |
- Integrationsfachkraft |
- Komplexe Beeinträchtigung |
- Leistungsberechtigte |
- Lotse |
- Medizinische Leistung |
- Motivation |
- Muskuloskeletale Erkrankung |
- Prävention |
- Prävention vor Rehabilitation |
- Praxis |
- Psychische Erkrankung |
- Rechtskreisübergreifendes Angebot |
- rehapro |
- Soziale Teilhabe |
- Trägerübergreifend |
- Umsetzung |
- Unterstützungsangebot |
- Zielvereinbarung
Referenznummer:
R/FO125885
Informationsstand: 14.07.2021