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Angaben zum Forschungsprojekt

Die Beschäftigungssituation bei rheumatisch Erkrankten im Vergleich zur allgemeinen Bevölkerung

In der Studie wurden die anonymen Angaben von 7.600 Patienten aus den neuen Bundesländern und ca. 36.000 Patienten aus den alten Ländern ausgewertet, die an sechs verschiedenen rheumatischen Erkrankungen litten.

Entzündliche Rheuma-Formen zählen zu den besonders belastenden chronischen Erkrankungen. Den zum Teil noch jungen Patienten drohen nicht nur Schmerzen und Bewegungseinschränkungen, sondern u. a. auch der Verlust des Arbeitsplatzes mit weit reichenden Konsequenzen. Besonders in Regionen mit ohnehin schon hoher Arbeitslosigkeit ist der Effekt dramatisch: in den neuen Bundesländern liegt die Beschäftigungsquote aller untersuchten Rheumatiker schon innerhalb der ersten fünf Krankheitsjahre um 10 Prozent niedriger als in den alten Bundesländern, nach 10 Jahren sind es sogar 32 Prozent. Dieser Beschäftigungsunterschied von ca. einem Drittel entspricht der Differenz zwischen Patienten mit Hauptschulabschluss und höherem Abschluss im gesamten Bundesgebiet.

Mit der Untersuchung wird die Ungleichheit der Beschäftigungschancen von chronisch Kranken in Abhängigkeit von der Lebensregion in Deutschland exemplarisch für Patienten mit verschiedenen rheumatischen Erkrankungen dokumentiert und quantifiziert. Die verminderte Erwerbstätigkeit ist umso gravierender als viele Rheumapatienten trotz ihrer Beschwerden weiter im Berufsleben stehen wollen. Um die gleichen Arbeitsleistungen wie ihre gesunden Kolleginnen und Kollegen erbringen zu können, können sie durch verschiedene Rehabilitationsmaßnahmen unterstützt werden. Doch wissen dies anscheinend oftmals weder die Patienten noch ihre Arbeitgeber.

Es würden weit weniger Arbeitsausfälle auftreten, wenn die viel zu wenig genutzte Erleichterung des Arbeitsweges sowie Anpassung des Arbeitsplatzes oder der Arbeitsbedingungen realisiert würden.

Diese sind für die Arbeitgeber insgesamt von Vorteil, da Fehlzeiten reduziert oder vermieden und erfahrene Arbeitnehmer im Betrieb gehalten werden können. Auch für die Betroffenen selbst stellt der fortgesetzte Kontakt zu den Arbeitskollegen vielfach eine bedeutende Einbindung in das soziale Leben dar, das im Freizeitbereich durch die Erkrankung leider häufig eingeschränkt ist bis zur weitgehenden Isolation.



Beginn:

01.01.1993


Abschluss:

17.05.2004


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3309


Informationsstand: 15.06.2018