Anpassungsleistungen in der beruflichen Rehabilitation
Ein Selbsteinschätzungsfragebogen (ReHadapt) zur Anwendung im RehaAssessment und in der Reha-Beratung
Ziel und Methodik:
In einer Rehabilitationsmaßnahme ist es von großer Wichtigkeit, sich an veränderte Arbeits- und Lebensbedingungen flexibel anpassen zu können. Mittels qualitativer Inhaltsanalyse sowie quantitativer Untersuchungen wurde (1.) das Konstrukt der Anpassungsleistungen (AL) in der beruflichen Rehabilitation definiert. Es wurde (2.) ein Selbsteinschätzungsfragebogen (ReHadapt) zur Diagnostik von AL konstruiert, erprobt und (3.) anhand exploratorischer (N1=344) und konfirmatorischer Faktorenanalysen (N2=301; N3=254) für ordinale Daten validiert.
Ergebnisse:
AL von Rehabilitanden stellen ein multidimensionales Konstrukt dar, welches sich anhand des ReHadapt-Fragebogens valide diagnostizieren lässt. Der Fragebogen erfasst anhand von 30 Items die folgenden 6 Dimensionen der Anpassungsleistungen: subjektbezogene AL, umschulungsbezogene AL, gesundheitsbezogene AL, soziale AL gegenüber Rehabilitanden, soziale AL gegenüber Ausbildern und Identifikation mit dem Zielberuf. Reliabilität (0,81 Cronbach‘s Alpha 0,95) und Validität konnten bestätigt werden. Ein Strukturgleichungsmodell zeigt, dass Anpassungsleistungen, vermittelt über die gesundheitsbezogene Lebensqualität die berufliche Wiedereingliederung von Rehabilitanden vorhersagen.
Schlussfolgerung:
Aufgrund seiner Ökonomie und seines konkreten Anwendungsbezugs eignet sich der Fragebogen zur Diagnostik und zur Ableitung konkreter Interventionsmaßnahmen im RehaAssessment und in der Reha-Beratung.