Inhalt

Forschungsprojekt
Projektart: Gefördertes Projekt Modellprojekt
FIRE - Frühzeitige Intervention für den direkten Zugang zur Rehabilitation bei Entgiftung in der Akutversorgung

Beschreibung / Inhalte

Nur ein geringer Teil von Patienten, die aufgrund einer alkoholbezogenen Störung in einem Krankenhaus akutstationär behandelt wird, beginnt zeitnah eine qualifizierte Entwöhnungsbehandlung (ca. 5%). Die geringe Überleitung alkoholabhängiger Patienten aus dem Akutsektor in die Reha-Behandlung resultiert aus einer mangelnden Organisation dieser Schnittstelle mit nicht klar geregelten Zuständigkeiten und ungenutzten Interventionspotentialen. Durch die geringe Inanspruchnahme von Entwöhnungen bleiben wichtige Chancen ungenutzt, Gesundheits- und Funktionsstörungen sowie soziale und berufliche Teilhabestörungen, die durch eine Suchterkrankung entstehen, frühzeitig und professionell zu behandeln.

Ziel des Projektes ist es daher, alkoholabhängige Patienten, die sich einer Entgiftungsbehandlung in einem Akutkrankenhaus unterziehen, durch eine bereits in der akutmedizinischen Phase stattfindende Intervention (externe zielgruppenspezifische Sozialberatung) für eine möglichst zeitnah im Anschluss an die Entgiftungsmaßnahme beginnende stationäre Entwöhnungsbehandlung zu motivieren und diese bestenfalls direkt mittels Reha-Eilantrag einzuleiten. Allen Patienten wird während ihrer Entgiftungsmaßnahme ein Gespräch mit externen in den Reha-Kliniken tätigen Sozialarbeitern angeboten, das im Akutkrankenhaus stattfindet.

Ziel der wissenschaftlichen Begleitung ist es, die Inanspruchnahmerate von Entwöhnungsbehandlungen innerhalb eines Jahres nach erfolgter Entgiftung zu überprüfen und Erkenntnisse zur Umsetzbarkeit, Machbarkeit und Akzeptanz des Modellvorhabens zu gewinnen. Die Gesamtprojektlaufzeit ist auf vier Jahre angelegt.

Der innovative Ansatz besteht in dem Einsatz von in Reha-Kliniken angestellten Sozialarbeitern, die zur Reha-Abklärung und Reha-Motivation Patientengespräche im Akutkrankenhaus während der Entgiftung anbieten und die Antragstellung der Entwöhnungsbehandlung initiieren. Als weiteres innovatives Element wird der ärztlich-psychotherapeutische Befundbericht anstelle des umfangreichen Sozialberichtes genutzt.

Projektdaten

Beginn:

01.01.2020


Abschluss:

31.12.2023


Kostenträger:

  • Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS); Bundesprogramm „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben - rehapro“ (erster Förderaufruf)

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Projektleitung:

  • Schmidt, Detlef

Institutionen:

Deutsche Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See
Wasserstraße 215-217
44799 Bochum
Telefon: 0234-304-31000 E-Mail: detlef.schmidt1@kbs.de
Homepage: https://www.kbs.de

Charité-Universitätsmedizin Berlin
Median Kliniken Daun
Median Klinik Tönisstein
Knappschaftsklinikum Saar mit den Kliniken Sulzbach und Püttlingen
Knappschaftsklinikum Westfalen mit dem Krankenhaus Lüttgendortmund
St. Franziskus-Hospital in Köln
Rhein-Mosel-Fachklinik in Andernach
Florence-Nightingale Krankenhaus Düsseldorf
KEM ev. Kliniken Essen-Mitte
Klinik Königshof in Krefeld
LVR-Kliniken Bonn, Düren, Düsseldorf und Essen
Stadtkrankenhaus Saarbrücken
Verbundkrankenhäuser in Linz und Remagen
DRV Rheinland
DRV Westfalen
DRV Saarland

Referenznummer:

R/FO125947


Informationsstand: 12.01.2022