Inhalt

Forschungsprojekt
Projektart: } Gefördertes Projekt
SiBS Plus II

Beschreibung / Inhalte

Struktur der Maßnahme:

Das Projekt SIBS Plus II soll die im Bremer Zentrum für berufliche Rehabilitation vorhandene Infrastruktur von Beratung - Qualifizierung - Praktikum - Integration erhalten und durch spezifische Trainings, die sich am Bedarf des Arbeitsmarktes orientieren, qualitativ verbessern.

Die Bildungsmaßnahme "Bildung und Praxis für Erwachsene Schwerbehinderte und Rehabilitanden" (BPE) wird im Auftrag des Arbeitsamtes Bremen seit 1992 erfolgreich durchgeführt. Die Teilnehmer/innen (ausschließlich behinderte Menschen oder Rehabilitand/innen/en) werden in einer kaufmännischen Übungsfirma, einer gewerblich-technischen Fachwerkstatt und im Übungskontor/lager qualifiziert und nach sechs Monaten in ein betriebliches Praktikum vermittelt. Ziel der Maßnahme ist die Integration in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis. Dies gelingt 66 % der Absolvent/innen/en der Fortbildung BPE.

Das neue Projekt kombiniert Dienstleistungen für die Teilnehmer/innen der Fortbildung BPE mit einem Qualifizierungsangebot für Beschäftigte in Bremer Betrieben,
mit denen eine erfolgreiche Zusammenarbeit in Fragen der mittel- und langfristigen Personalentwicklung und der Integrationsmöglichkeiten von Schwerbehinderten in den Arbeitsmarkt bestehen.

Qualifizierungsinhalte:

Das Projekt hat zwei Schwerpunkte:

1. Berufliche Qualifizierung für Teilnehmer/innen der Fortbildung BPE

2. Berufsbegleitende Qualifizierung für Beschäftigte in Bremer Betrieben

Zu 1: Berufliche Qualifizierung

Die Fortbildung BPE qualifiziert arbeitslose Schwerbehinderte und Rehabilitand/innen/en in den Bereichen gewerblich-technisch, kaufmännisch-verwaltend sowie Lager- und Serviceberufe. Für sie erachten wir folgende zusätzliche Angebote als notwendig:

1.a) Psychologische Beratung für Teilnehmer/innen der Fortbildung BPE.
Allen Teilnehmer/innen der Fortbildung BPE steht ein Diplom-Psychologe mit einem differenzierten Beratungsangebot zur Verfügung. In Einzelgesprächen und Gruppensituationen können persönliche Problemlagen besprochen und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

1.b) Beratung und Schulung des BPE-Teams in psychologischen Fragen.
Fachliche Beratung erfolgt hier vorwiegend im Rahmen der Dienstberatung zu Fragen des Umgangs mit Verhaltensauffälligkeiten und zu Entwicklungsperspektiven, sowie zur Klärung notwendiger Unterstützung oder Konfrontation von Teilnehmer/innen/n der Fortbildung BPE. Darüber hinaus werden bedarfsorientiert kurze Team-Fortbildungsmodule zu psychologischen und z.T. auch medizinischen Fragestellungen im Rahmen der Dienstberatungen angeboten.

1.c) Trainings für Dienstleistungstätigkeiten.
Als SIBS-Dienstleistungen sollen den Teilnehmer/innen/n der Fortbildung BPE verschiedene Qualifizierungsmodule zur Verfügung gestellt werden, um ihre berufliche Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu verbessern. Die Qualifizierungsmodule umfassen 1-3 tägige Intensivtrainings in kleinen Lerngruppen u. a. zu den Themen: Bewerbung für Schwerbehinderte, Telefonieren, dienstleistungsorientiertes Verhalten, Teamarbeit, e-commerce und Englisch. Schwerpunkt ist die Vorbereitung auf neue Anforderungen des Arbeitsmarktes insbesondere im Bereich Sozialkompetenzen und Kundenorientierung.

1d) Selbstlernzentrum.
Mit Hilfe eines Selbstlernzentrums in der kaufmännischen Übungsfirma sollen den Teilnehmer/innen/n mittels ausgewähltern CBT- und WBT-Modulen Möglichkeiten zur Entwicklung einer selbstständigen Arbeitsweise gegeben werden. Unterstützt werden die Nutzer/innen des Selbstlernzentrums durch eine angeleitete Lerngruppe.

1e) Nachbetreuung

Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, wie schwierig nach einer langen Krankheitsphase der Wiedereinstieg ins Berufsleben ist. Deshalb bieten wir bei Bedarf nach dem Ende der einjährigen Fortbildungsmaßnahme BPE eine Nachbetreuung an. Ziel ist es, Konflikte zwischen Teilnehmer/innen/n und Arbeitgeber/innen/n konstruktiv zu lösen und damit Kündigungen zu vermeiden. Auch die weitere Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Arbeitsplatz bei misslungener Integration in den Praktikumsbetrieb ist im Einzelfall Aufgabe der Nachbetreuung.

Zu 2: Berufsbegleitende Qualifizierung

2a) Weiterbildung von Beschäftigten in Dienstleistungstätigkeiten.
Ausgehend von den vielen erfolgreichen Kooperationen mit Bremer Betrieben bei der Integration von Schwerbehinderten und Rehabilitand/innen/en wollen wir in Zukunft auch berufsbegleitende Angebote zur Qualifizierung von Beschäftigten zum Thema Dienstleistungsfähigkeiten anbieten.

2b) Begleitung bei der Einführung eines betrieblichen Gesundheitszirkels.

Aus unserer Erfahrung durch die vielen unterschiedlichen Betriebskontakte und Integrationsverläufe heraus wollen wir in Zukunft auch ein Angebot zu dem in den Betrieben häufig noch wenig bearbeiteten Thema Arbeit und Gesundheit unterbreiten. Dadurch soll die Effizienz in den Betrieben verbessert und die langfristige Personalentwicklung, auch im Hinblick auf die Beschäftigung gesundheitlich beeinträchtigter Menschen und schwerbehinderter Mitarbeiter/innen, unterstützt werden. In interdisziplinär und über Hierachieebenen hinweg zusammengesetzten Arbeitsgruppen (Gesundheitszirkeln) sollen dazu konstruktive Verbesserungsvorschläge für gesundheitlich relevante Arbeitsbedingungen wie z. B. ungünstige Umgebungseinflüsse, körperliche Belastungen, psychosoziale Stressoren und organisatorische Defizite erarbeitet werden. Begleitung soll dabei in Form von Beratung der Unternehmen sowie Initiierung und Moderation der Arbeitsgruppen stattfinden.

Projektdaten

Beginn:

01.04.2003


Abschluss:

31.03.2005


Kostenträger:

  • Europäischer Sozialfonds

Weitere Informationen zum Forschungsprojekt

Projektleitung:

  • Simoleit, Regina

Institutionen:

bfw - Berufsfortbildungswerk des DGB GmbH
Beim Sattelhof 14
28309 Bremen
Telefon: 0421 41799-11 E-Mail: goetze.carola@bfw.de
Ansprechperson: Regina Simoleit

SiBS Plus II

This project aims at people with disabilities to integrate them into the general labour market. The various experiences in counselling regional enterprises and the excellent co-operation with the authorities and institutions concerned shall be made permanent and developed further.

Referenznummer:

R/FO2071


Informationsstand: 09.04.2020