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Angaben zum Forschungsprojekt

Förderung der beruflichen Rehabilitation und der Beschäftigungsfähigkeit von Menschen mit Sehschädigung durch regelmäßiges Sporttreiben

Das vorliegende Forschungsvorhaben verfolgt für Menschen mit einer Sehschädigung das Ziel, den Bereich "Arbeit und Freizeit" im Sinne der Artikel 26 (Habilitation und Rehabilitation), 27 (Arbeit und Beschäftigung) und 30 (Teilhabe am kulturellen Leben sowie an Erholung, Freizeit und Sport) der Behindertenrechtskonvention (BRK) inklusiv weiter zu entwickeln. Dabei soll der Mensch mit Sehschädigung auch zu einem Botschafter und Multiplikator für Bewegung und Sport nach Beendigung beruflicher Rehabilitationsmaßnahmen in seinem sozialen Umfeld für andere Betroffene werden. Voraussetzung hierfür ist die individuell konzipierte ganzheitliche Förderung der Gesundheitskompetenz im Rahmen der beruflichen Rehabilitation. Diese sollte flankierend zu berufsbezogenen Qualifizierungsmaßnahmen entsprechend gefördert werden, wie dies auch von der Fachgruppe RehaFutur in ihrer Stellungnahme von 2009 gefordert wird.

Hauptziel des Vorhabens ist es, bundesweit gültige und konkrete Handlungsempfehlungen zur beruflich-inklusiven Teilhabeförderung von Menschen mit Sehschädigung durch Bewegung und Sport zu formulieren. Dazu werden folgende Projektziele formuliert:

1. Retrospektive Erhebung (6 Monate): umfangreiche Ist-Analyse zur beruflichen Teilhabe, sportlichen Aktivität und Lebensqualität von Menschen mit Sehschädigung durch ein leitfadengestütztes Interview mit ca. 600 ehemaligen Rehabilitanden der Einrichtungen BFW Düren, BFW Mainz, BFW Halle und BBW Stuttgart.

2. Interventionsstudie (24 Monate): quasiexperimentelles Längsschnittdesign mit drei Vergleichsgruppen; es wird ermittelt, ob und in welchem Ausmaß durch spezifische und regelmäßige Sportangebote positive Effekte auf koordinative, psychische und soziale Kompetenzbereiche von erwachsenen Menschen mit Sehschädigung erzielt werden, die zu einer selbst bestimmten und aktiven Rolle im beruflichen Rehabilitationsprozess führen (z. B. Kommunikations- oder Teamfähigkeit, psychische und körperliche Belastbarkeit, Selbstsicherheit).

3. Nachhaltigkeit (12 Monate): 12 Monate nach Entlassung aus der beruflichen Rehabilitationsmaßnahme wird untersucht, ob und in welchem Maße sich die regelmäßige Teilnahme an Sportangeboten vor Ort positiv auf die beruflich-inklusive Teilhabe und die Beschäftigungsfähigkeit sowie die o. g. psychosozialen Kompetenzbereiche auswirkt. Des Weiteren wird untersucht, inwiefern es durch die regelmäßigen Sportprogramme gelungen ist, im Sinne des "Peer Counseling" bei den ehemaligen Teilnehmern eine Multiplikatorfunktion zu entwickeln, um die eigene Sportbegeisterung auch auf noch eher sportinaktive Sehgeschädigte zu übertragen.

4. Praxistransfer (6 Monate): Entwicklung von modularisierten Schulungen und Handlungsleitfäden für die praktische Arbeit der Berufsförderungswerke, Berufsbildungswerke sowie der zuständigen Sportverbände (z. B. Deutscher Behindertensportverband). Die Projektergebnisse werden im Rahmen eines Workshops der Öffentlichkeit präsentiert.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt.



Beginn:

01.04.2011


Abschluss:

31.03.2015


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125245


Informationsstand: 07.03.2016