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Angaben zum Forschungsprojekt

Förderung der Beratungskompetenz in der Selbsthilfearbeit

Das Projekt richtet sich an ehrenamtliche Mitarbeiter-/innen, die im Rahmen ihrer Selbsthilfearbeit in den BSK-Untergliederungen die Interessen des Verbandes vertreten und Mitglieder und Nichtmitglieder in verschiedenen behindertenspezifischen Belangen beraten.

Ziel ist es, den ehrenamtlichen Mitarbeiter-/innen grundlegende Kenntnisse der Beratungsarbeit zu vermitteln, um die Beratungsarbeit vor Ort besser zu gestalten. Die Teilnehmer/-innen sind Menschen mit Behinderung, die sich vor Ort ehrenamtlich für die Ziele und Aufgaben des Verbandes in Untergliederungen einsetzen.

Vermittlung von:

Grundlagen systemischer Beratung
- allgemeine Grundlagen der Beratung - systemisches Denken und Handeln
- Problemsysteme - Lösungssysteme
- Lösungszentrierung und Ressourcenorientierung

Settinggestaltung und Beratungskontrakt
- Definition des beraterischen Settings
- Entschlüsselung der Anliegenstruktur
- Bestimmung des Kooperationsstatus
- Auftragsklärung - unklare Aufträge - multiple Aufträge
- Beratungskontrakt schließen
- Kurzzeitorientierung

Die Fortbildung ist in jeweils eine Schulung für den nord- und süddeutschen Raum aufgeteilt, um aufgrund kürzerer Anreisewege möglichst vielen Ehrenamtlichen eine Teilnahme zu ermöglichen. Beide Schulungen sind für jeweils Freitag bis Sonntag konzipiert. Die Planung der Fortbildung zum Thema "Beratungskompetenz in der Selbsthilfearbeit fördern", die Akquise der Seminarräume und der Referenten und die Seminarleitung werden durch die hauptamtlichen Mitarbeiter-/innen durchgeführt. Die Fortbildung beinhaltet die Grundlagen eines Beratungsgespräches, den grundlegenden Ablauf einer Beratung, das Sender-Empfänger Prinzip und Interventions- und Hilfemöglichkeiten.

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter-/innen sollen dabei in Rollenspielen das Erlernte erproben und es festigen. Mithilfe der erlernten Fähigkeiten sollen die Ehrenamtlichen befähigt werden an sie gerichtete Beratungsanfragen besser und zur Zufriedenheit beider Seiten zu beantworten.
Wir erwarten durch die Fortbildung einen deutlichen Wissensvorsprung bei der Beratungsmethodik und dementsprechend zufriedenstellendere Beratungsergebnisse sowie ein besseres Zeitmanagement in der Beratung durch schnelleres Erfassen des Beratungsanliegens bzw. gezielteres Nachfragen.

Außerdem erfolgt eine Aktivierung und Qualifizierung ehrenamtlicher Mitarbeiter/-innen. Die Tagung soll die Mulitplikator/-innen befähigen, ihre erworbenen Kenntnisse für die Beratungsarbeit zu nutzen und Ratsuchende (insbesondere Betroffene und Angehörige) effektiv beraten und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen zu können. Dabei geht es insbesondere darum, den Klient/-innen dabei zu helfen, sich mit Sachverhalten auseinanderzusetzen und ihre Rechte effektiv wahrnehmen zu können. Durch eine objektive Beratung aus Betroffenensicht haben die ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen einen besonderen Zugang zu Hilfesuchenden und können vor Ort aktiv beraten. Am Ende der Veranstaltung findet eine Evaluation über die vermittelten Inhalte und Methoden statt. Den Teilnehmer/-innen wird zudem eine Tagungsdokumentation ausgehändigt, die als Gedankenstütze und Nachschlagewerk genutzt werden kann.

Auf Grundlage der durchgeführten Beratungen sind die ehrenamtlichen Mitarbeiter/-innen in der Lage Problemlagen vor Ort und Problemlagen auf Bundesebene zu erkennen. Diese Erkenntnisse helfen uns auf Bundesebene und den Ehrenamtlichen vor Ort bei der Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen in den entsprechenden Gremien. Durch regelmäßige Treffen und Austausche mit den hauptamtlichen Mitarbeiter/-innen können die Erkenntnisse aus den Beratungen für die politische Arbeit auch auf Bundesebene genutzt werden.

Aufgrund der steigenden Zahl der Anfragen in den Untergliederungen des BSK ist es für die Ehrenamtlichen vor Ort wichtig, ihre für das Ehrenamt zur Verfügung stehende Zeit effektiv und für die Mitglieder einzusetzen. Immer häufiger erleben wir es, dass es für die Ehrenamtlichen schwierig ist, neben fachlichem Wissen auch noch beraterisches Wissen vorhalten zu müssen. Bei uns im Verband steht die Arbeit der Ehrenamtlichen im Vordergrund. Hauptamtlich Tätige sollen nur unterstützend tätig werden. Umso wichtiger ist es, dass die Ehrenamtlichen und selbst Betroffenen Werkzeuge an die Hand bekommen, um eine gute und nachhaltige Beratung leisten zu können. Wir versprechen uns von dieser Fortbildung eine höhere Bereitschaft der Ehrenamtlichen zur Beratung und eine höhere selbst erlebte Kompetenz.

Die Veranstaltungen finden in Altötting und in Duderstadt statt.



Beginn:

06.04.2018


Abschluss:

16.09.2018


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
im Rahmen des Bundesprogramms zur Förderung der Partizipation von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände an der Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten (§ 19 BGG, Förderrichtlinie vom 26.10.2016)



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125810


Informationsstand: 20.08.2019