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Angaben zum Forschungsprojekt

Anschaffung einer mobilen Höranlage für hörsehbehinderte Menschen

Damit sich Menschen mit Hörsehbehinderung an politischen Gesprächen barrierefrei beteiligen können, benötigen sie meist eine technische Hörunterstützung in Form einer FM-Hörübertragungsanlage. Die ermöglicht, dass alle Wortbeiträge direkt auf die Hörgeräte der Betreffenden gesendet werden. So sind Besprechungen mit politischen Amtsträgern, verbandsinterne und -übergreifende Besprechungen, sowie politische Infoveranstaltungen für hörsehbehinderte politisch Aktive zugänglich.

Die Hörübertragungsanlage wird langfristig für Aktivitäten der politischen Beteiligung eingesetzt. Es gibt aber auch viele aktuelle Anlässe, bei denen politische Gespräche stattfinden, die von hörsehbehinderten Menschen gestaltet werden:
- Abstimmungsgespräche für den Diskussionsprozess mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) zur Förderung taubblinder Menschen nach Einführung des Merkzeichens TBl für den Schwerbehindertenausweis
- Gespräche zur Erarbeitung von Stellungnahmen und Arbeitshilfen zur Neufassung der Hilfsmittelrichtlinie in Bezug auf Hörhilfen
- Weiterentwicklung des Berufsbildes von Taubblindenassistenz
- Erarbeitung der sozialpolitischen Bedarfe hörsehbehinderter Menschen und Entwicklung entsprechender politischer Aktivitäten

Die Hörübertragungsanlage ermöglicht die selbstbestimmte Beteiligung schwerhöriger Personen an politischen Gesprächen. Die Betreffenden sind in solchen Gesprächen damit weniger darauf angewiesen, nachzufragen, wenn sie etwas nicht verstanden haben oder sich Inhalte von Assistenzpersonen nachträglich erklären zu lassen. Dies ermöglicht eine direkte und unmittelbare Beteiligung an Politik.

Die genutzte Technik setzt sich wie folgt zusammen und funktioniert so:
- Ein mobiler Sender nimmt Geräusche - in der Regel Sprache - auf und sendet diese an beliebig viele Empfänger, die individuell von schwerhörigen Personen genutzt werden.
- Der Sender kann via Kabel an ein Mischpult angeschlossen werden, wenn bei einer Veranstaltung Mikrophon und Lautsprecher genutzt werden.
- Alternativ kann eine Sprecherin / ein Sprecher ein Ansteckmikrophon bzw. Headsetmikrophon tragen, das an den Sender angeschlossen wird. Es steht auch ein Mikro zur Verfügung, das direkt auf den Sender gesteckt wird. Das ermöglicht, Sender und Mikro einfach von Sprecherin zu Sprecher weiterzugeben. Dies ist bei Einzelgesprächen oder Gesprächen in kleineren Gruppen üblich.
- 14 Funkempfänger werden von schwerhörigen Personen genutzt, um das gesprochene Wort gut zu hören. Dabei kann an die Empfänger einfach ein Kopfhörer angeschlossen werden. Alternativ kann das Signal des Empfängers auf das jeweilige Hörgerät übertragen werden. So haben die schwerhörigen Personen einen unmittelbaren Zugang zu allen Wortbeiträgen.
- Ein Handmikrophon, das bequem zwischen sprechenden Personen herumgereicht werden kann. Dies ist wichtig, wenn jemand einen Vortrag hält und dafür ein Mikrophon bei sich haben sollte; das Handmikrophon kann dann unter den Zuhörenden für Fragen herumgereicht werden.
- Ein Tischmikrophon, das bei Gesprächen in Kleingruppen in die Tischmitte gestellt werden kann und die Wortbeiträge aller Anwesenden aufnimmt. Damit wird das Herumreichen des Mikrophons von Sprecher zu Sprecherin vermieden und ein flüssigerer Gesprächsablauf ermöglicht.
- Eine Induktionsschleife zur direkten Übertragung des Gesprochenen auf Hörgeräte, was bei manchen Hörgeräten die einzige Möglichkeit der Funkübertragung ist.

Wichtig! Der DBSV stellt die Anlage gern auch anderen Organisationen kostenfrei zur Verfügung!



Beginn:

01.11.2018


Abschluss:

31.12.2018


Art:

Gefördertes Projekt / Eigenprojekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)
im Rahmen des Bundesprogramms zur Förderung der Partizipation von Menschen mit Behinderungen und ihrer Verbände an der Gestaltung öffentlicher Angelegenheiten (§ 19 BGG, Förderrichtlinie vom 26.10.2016)



Weitere Informationen


Abstract

Acquisition of a Mobile Radio Speech Transmission System for Hard of Hearing Respectivily Deaf-Blind Persons

For the participation of deaf-blind people in political debates they need a technical support of their hearing by a radio speech transmission system. This sends the speech of people directly to the hearing aids or headphones of the involved people. This permits discussions with political representatives as well as internal reconciliation in NGOs or political information events.


Referenznummer:

R/FO125863


Informationsstand: 29.08.2019