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Angaben zum Forschungsprojekt

Modell zur Entwicklung von Messmethoden zur Beurteilung der Rehabilitation

Einleitung:

In der stationären Rehabilitation muss aufgrund der steigenden Zahl der rehabilitationsbedürftigen Patienten hinterfragt werden, welche Patienten stationär rehabilitiert werden sollen (Indikation), welche Dosis indiziert ist (Dauer) und welche Erfolge nachhaltig erreicht werden können. Es sollte ein Modell zur Beantwortung dieser Fragen entwickelt werden.

Methode:

Mit einem motorischen und psychosozialen Assessment wurden 192 Patienten einer Geriatrischen Rehabilitationsklinik (93 nach Hüftgelenkersatz, 99 nach Schlaganfall, Altersmedian 82,5 Jahre) nach Aufnahme untersucht. Neben funktionellen (Gleichgewicht im Stand, Aufstehen vom Stuhl, Gehgeschwindigkeit, 2-Minuten Gehstrecke, Timed Up & Go) und biomechanischen (Ganganalyse, Aufstehen vom Stuhl) Untersuchungen der körperlichen Leistungsfähigkeit (Kapazität) wurde auch die körperliche Aktivität mit einem Aktivitätssensor untersucht. Kognition, Schmerz, Sturzangst, Depressivität, Alltagsfunktion und Selbsteinschätzung der Mobilität wurden über Fragebögen erhoben. Weitere Messzeitpunkte waren 2 Wochen nach Aufnahme und 4 Monate nach Aufnahme (poststationäres Outcome).

Ergebnisse:

Veränderungen im Rehabilitationsverlauf und im Nachbeobachtungszeitraum konnten für beide Fallgruppen über die meisten Messparameter abgebildet werden. Die Veränderungen fielen im Kollektiv der Patienten nach Gelenkersatz deutlicher aus und waren im Aktivitätsmonitoring in beiden Fallgruppen ausgeprägter als die Kapazitätsmessungen. Eine Prädiktion des poststationären Outcomes war möglich.

Schlussfolgerungen:

Neben der Eingangsuntersuchung wird eine Untersuchung nach 2 Wochen empfohlen. Zur Verlaufsdokumentation und zur Ergebnisprädiktion werden empfohlen: Aktivitätsmonitoring, 2 Minuten Gehstrecke, Gleichgewicht im Stand, Aufstehen vom Stuhl, Gehgeschwindigkeit, Alltagsfunktion und Selbsteinschätzung der Mobilität. Zur Differenzierung und Objektivierung der Ergebnisse werden biomechanische Assessments empfohlen.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

01.09.2007


Abschluss:

31.08.2010


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)



Weitere Informationen


Abstract

Development of an Assessment Protocol to Evaluate Geriatric Inpatient Rehabilitation

The increase of the number of geriatric patients in need of inpatient rehabilitation provides necessity to evaluate, who needs inpatient rehabilitation (indication), how long the rehabilitation is appropriate (duration), and what kind of success can be reached sustainable (post-rehabilitation outcome). The aim of the project was to develop an assessment protocol to answer these questions.

After admission to the Clinic for Geriatric Rehabilitation of the Robert-Bosch-Hospital in Stuttgart, 192 patients (median age 82.5 years, n=93 after hip replacement, n=99 after stroke) underwent a motor and psycho-social assessment of capacity, including functional tests, such as static balance, chair rise, gait speed, 2-minute-walk, and "Timed Up & Go” test, biomechanical tests, such as gait analysis and chair rise, as well as a sensor-based activity monitoring. Questionnaires were filled out to assess cognition, pain, fear of falling, depressive symptoms, quality of life, activities of daily living, and self-rated mobility. The assessment was repeated 2 weeks after admission and 4 months after admission (home setting, post-rehabilitation outcome).

Changes in the rehabilitation process and in post-rehabilitation outcome were observed for both patient groups and for most assessment parameters. Changes were more pronounced for results in the group of patients after hip replacement and were more pronounced for the activity monitoring than for parameters of physical capacity. Prediction of post-rehabilitation outcome was possible.

Besides the baseline assessment (admission), a follow up assessment after 2 weeks is recommended. Assessment of physical activity (activity monitoring), 2-minute-walk, static balance, chair rise, gait speed, activities of daily living, and self-rated mobility are recommended to document progress of rehabilitation and to predict post-rehabilitation outcome.


Referenznummer:

R/FO125240


Informationsstand: 17.03.2011