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Angaben zum Forschungsprojekt

IBRH - Integrative berufliche Rehabilitation von Menschen mit Hörbehinderung

1. Ziele
I B R H eröffnet die Chance zur dauerhaften Integration in Beruf und Arbeit. Damit wird auch eine selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft gefördert. Ziel ist die Verbesserung der Lebensqualität durch Integration.

2. Zielgruppe:
I B R H richtet sich an Menschen mit einer Hörbeeinträchtigung bzw. Gehörlosigkeit nach vollzogenem Spracherwerben. Durch die Hörbehinderung können sie ihre bisherige berufliche Tätigkeit nicht mehr ausüben oder haben behinderungsbedingt Schwierigkeiten, einen Arbeitsplatz zu finden.

3. Leistungsangebot

Reha-Management
Ein/e Reha-Manager/in begleitet die Menschen mit Hörbehinderung während des gesamten Rehabilitationsprozesses und organisiert die aufgrund der Hör- und/oder Mehrfachbehinderung erforderlichen individuellen Lernhilfen (z. B. Förderunterricht, spezielle technische Hilfsmittel, Trainings etc.).

Berufliches RehaAssessment (4 Wochen)
Zur Abklärung der Eignung und Neigung für eine berufliche Tätigkeit kann der Reha-Träger ein berufliches RehaAssessment im Berufsförderungswerk Nürnberg vorsehen. In einer vierwöchigen Testung wird in Bezug auf die berufliche Eignung insbesondere festgestellt, wie die Kommunikation des/der Hörbehinderten mit der hörenden Umwelt verbessert werden kann. Dabei werden behinderungsspezifische Bedürfnisse für die berufliche Qualifizierung besonders berücksichtigt, wie z. B. ein erhöhter Zeitbedarf, technische oder visuelle Hilfen oder ein/e Gebärdensprachdolmetscher/in. Auch die Abklärung, welche Hilfen am zukünftigen Arbeitsplatz erforderlich sind, ist Bestandteil des RehaAssessments.

Interaktive Hörbehindertengruppe
Gemeinsam mit einem/r Psychologen/in leitet der/die Reha-Manager/in die Interaktive Hörbehindertengruppe an, die sich auf freiwilliger Basis außerhalb der Ausbildungszeit trifft.

Hörtechnische Grundqualifizierung (6 Monate)
Die berufliche Qualifizierung und Integration beginnt mit einer sechsmonatigen, hörtechnischen Grundqualifizierung. Ihr Hauptanliegen ist die Entwicklung einer auf den/die Teilnehmer/in abgestimmten individuellen Hörtaktik.

Diese besteht aus der Kombination von z. B.
- Mundabsehen
- Hörtraining für Hörgeräte- oder Cochleaimplantatträger
- technischen Hilfen

Weitere wichtige begleitende Hilfen sind z. B.
- Sprachpflege (Logopädie)
- Audiotherapie
- Kommunikationstraining
- Training zur Steigerung der Konzentrations- und Belastungsfähigkeit
- Psychologische Begleitung zur Behinderungsbewältigung
- Berufskundliche Inhalte zur Vorbereitung auf die spätere Qualifizierung / Integration.

Berufliche Qualifizierung
An die Hörtechnische Grundqualifizierung kann sich entweder eine direkte Wiedereingliederungsmaßnahme, eine 24-monatige Berufsausbildung, eine kürzere Individualmaßnahme oder eine Teilqualifizierung anschließen. Die erarbeitete Hörtaktik wird nun erprobt und gefestigt. Ausgebildet wird nach dem erwachsenengerechten Konzept der Handlungsorientierten Ausbildung. In Lernorten, die die berufliche Alltagssituation widerspiegeln, werden eigenverantwortlich, allein oder in Gruppenarbeit, berufstypische Aufgaben bearbeitet. Die Handlungsorientierte Ausbildung fördert die Entwicklung von Schlüsselqualifikationen wie Kommunikationsfähigkeit, Teamfähigkeit, Belastbarkeit, Eigenverantwortung und Selbstständigkeit. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden medizinisch, psychologisch und sozialpädagogisch beraten.

Integrationsunterstützung
Der/die Reha-Manager/in hilft dabei, einen Arbeitsplatz zu finden. Die Integrationshilfen reichen von der Erarbeitung individueller Bewerbungsstrategien über die Vermittlung geeigneter Stellen bis hin zur Aufklärung des zukünftigen Arbeitgebers über das Behinderungsbild Hörschädigung und über mögliche Eingliederungshilfen.



Beginn:

01.07.2009


Abschluss:

31.07.2013


Art:

Gefördertes Projekt


Kostenträger:


Bundesministerium für Arbeit und Soziales - BMAS



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO3778


Informationsstand: 14.04.2020