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Angaben zum Forschungsprojekt

AAL - Ambient Assisted Living-Modelle zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung

Mit dem Vorhaben sollen assistierende Technologien identifiziert werden, die Menschen mit Behinderung in der Bewältigung von alltäglichen Aufgaben unterstützen und somit zu einer selbständigeren Lebensführung und zu gesellschaftlicher Teilhabe beitragen. Es werden dafür die Potenziale der modernen Informations- und Kommunikationstechnologien sowie Sensortechnik untersucht, die zum Abbau sozialer, sprachlicher, visueller oder mobilitätseinschränkender Barrieren eingesetzt werden können.

Im Mittelpunkt des Projekts stehen Menschen mit eingeschränkten kognitiven oder kognitiven und motorischen Fähigkeiten sowie schwerstmehrfach behinderte Menschen, die zu ihrer gesellschaftlichen Teilhabe geeignete fachliche Hilfen und strukturierende Umgebungen benötigen. Der Fokus wird dabei auf die Kernbereiche Kommunikation, Wohnen und Mobilität gerichtet.

Für die Umsetzung des Vorhabens ist ein partizipativer Ansatz entscheidend. Von Beginn an werden Menschen mit Behinderung in die Entscheidungsprozesse eingebunden und wirken aktiv an den einzelnen Phasen mit. Auf der Grundlage der ICF-Klassifizierung sollen zunächst relevante Funktionseinschränkungen eingegrenzt werden, die in einer normalen Umgebung zu Teilhabeeinschränkungen führen. Daran orientiert sich die Auswahl nützlicher Unterstützungssysteme, die in der Praxis zum Einsatz kommen. Die Neu- oder Weiterentwicklung dieser Technologien muss sich gleichzeitig an den individuellen Bedarfen der Zielgruppe orientieren, sodass auch Menschen mit Behinderung die Geräte für sich nutzen können. Gemeinsam mit den Mitarbeitern in den verschiedenen Einrichtungen und Diensten werden unterschiedliche Technologien auf ihre Wirksamkeit erprobt und evaluiert.

Bei der Implementierung relevanter technologischer Assistenzsysteme geht es nicht darum, menschliche Nähe und Assistenz gänzlich zu ersetzen oder die Technik als Aufsicht zu verwenden. Vielmehr soll der geeignete Einsatz von Unterstützungstechnologien die Selbstbestimmung und die Unabhängigkeit der Nutzer fördern sowie die Öffnung in den Sozialraum erleichtern. Ferner werden datenschutzrechtliche, sozialrechtliche und finanzielle Fragestellungen sowie die Abschätzung der Auswirkungen von Technik konstant den Forschungsprozess begleiten.

Um den Einsatz von AAL-Systemen zur Verbesserung der gesellschaftlichen Teilhabe von Menschen mit Behinderung dauerhaft in der Behindertenhilfe zu konstituieren, sollen kostengünstige Technologien entwickelt werden. Die Ergebnisse werden dokumentiert und durch das Erstellen von Handlungsleitfäden und eines Handbuchs sowie durch die Entwicklung von Schulungskonzepten wird die Vermittlung der Erkenntnisse sichergestellt.



Bezug des Projekts zur internationalen Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF):
Der bio-psycho-soziale Ansatz der ICF bildet einen konzeptionellen Bezugsrahmen für das Projekt. Die ICF ist kein ausdrücklicher Forschungsgegenstand, wird aber im Vorhaben genutzt, z.B. durch den Einsatz ICF-basierter Instrumente / Skalen zur Beschreibung von Untersuchungsvariablen, Verlaufsdokumentation, Ergebnismessung etc.



Beginn:

01.09.2014


Abschluss:

31.08.2017


Art:

Gefördertes Projekt / Wissenschaftliche Arbeit



Weitere Informationen


Referenznummer:

R/FO125586


Informationsstand: 08.10.2014