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Angaben zum Forschungsprojekt

Live-Online-Nachsorge geschulter Rehabilitanden durch E-Learning

Hintergrund:

Nachsorgemaßnahmen sollen den Transfer medizinisch-therapeutischer Leistungen in den Alltag unterstützen. Hürden stellen dabei der organisatorische und personelle Mehraufwand sowie lange Anfahrtswege und der zeitliche Aufwand für die Teilnehmer dar. Die Verknüpfung einer Patientenschulung der stationären Rehabilitation mit einer im Internet angebotene Online-Nachsorge stellt zur stationären Nachsorge deshalb eine Alternative dar. In der Studie wird exemplarisch eine Live-Online-­Nachsorge für die orthopädische Rehabilitation entwickelt und evaluiert. Zielgruppe sind Patienten mit chronischen Rückenschmerzen, die im Rahmen einer stationären Rehabilitation eine Schmerzbewältigungsschulung erhalten haben.

Ziele und Fragestellungen:

Es wird geprüft, ob eine live im Internet durchgeführte Nachsorge helfen kann, die gelernte Schmerzverarbeitung in den eigenen Alltag zu übernehmen und somit den Effekt der Rehabilitation auf den chronischen Rückenschmerz langfristig aufrecht zu erhalten. Daneben wird die Praktikabilität der Live-Online-Nachsorge erfasst und geprüft, ob sich die Nachsorge langfristig auch in anderen Einrichtungen implementieren lässt.

Studiendesign/Methoden:
Es wird ein multizentrisches, randomisiertes Kontrollgruppendesign mit vier Messzeitpunkten durchgeführt. In zwei Rehabilitationszentren werden 632 Probanden konsekutiv rekrutiert und durch eine externe Randomisierung auf Ebene der Schulungsgruppen der Kliniken den Untersuchungsgruppen (Experimental- und Kontrollgruppe) zugewiesen werden ( Clusterrandomisierung). In beiden Einrichtungen wird ein verhaltensmedizinisch orientiertes Schmerzbewältigungstraining durchgeführt. Die Interventionsgruppe erhält nach der Entlassung aus der Rehabilitationsklinik zusätzlich sechs Internet-Nachsorgesitzungen zu dieser Schulung, während die Kontrollgruppe keine Nachsorgeleistungen (usual care) erhält. Die Patienten der Interventionsgruppe werden nach ihrer Entlassung im monatlichen Abstand an Online-­Gruppensitzungen teilnehmen. Diese werden vom Therapeuten der Klinik angeleitet. Die Teilnehmer stehen über Sprache miteinander in Kontakt und können weitere Medien, wie ein elektronisches Flip-Chart, benutzen. Ziel ist es, die gelernten Fähigkeiten zur Schmerzbewältigung im Alltag aufrecht zu erhalten und mögliche Probleme und Barrieren bearbeiten zu können. Patientendaten werden zu Rehabilitationsbeginn und -ende sowie 6 und 12 Monate nach der Rehabilitation erfasst. Primäre Zielkriterien des Behandlungserfolgs sind Schmerz, kognitive und behaviorale Schmerzverarbeitung. Sekundäre Zielgrößen sind schmerzbedingte psychische Beeinträchtigungen (Depression, Angst), Motivation zur Schmerzbewältigung sowie die allgemeine körperliche und psychische Funktionsfähigkeit. Als weitere Zielparameter wird die Zufriedenheit mit der Rehabilitation bzw. dem Nachsorgeangebot erfragt.

Erwartete Ergebnisse:

Auf Grundlage der Ergebnisse sollte eine Einschätzung darüber möglich sein, ob sich die Maßnahme für einen breiteren Einsatz oder für die Übernahme in die Regelversorgung empfiehlt. Lässt sich die Effektivität der Intervention nachweisen, wird ein Manual für die Implementierung einer internetbasierten Nachsorgemaßnahme in weiteren Rehabilitationseinrichtungen erstellt. Zusätzlich können die Ergebnisse als Grundlage für die Weiterentwicklung theoriebasierter Interventionen genutzt werden.



Beginn:

01.01.2008


Abschluss:

31.12.2010


Art:

Gefördertes Projekt / Studie


Kostenträger:


Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)

Deutsche Rentenversicherung Bund



Weitere Informationen


Abstract

Live-online-aftercare

The effects of medical rehabilitation often tend to decrease over time. Therefore interest in the development and evaluation of aftercare concepts is constantly increasing. The overall goal of such concepts is to improve the transfer of behaviors and skills into the everyday life of the patients. These effects are mediated through empowerment, self management and self efficiency of the patients. However, these concepts encounter some problems in their practical implementation: From the perspective of rehabilitation clinics they afford additional organizational and personnel expenditure. From the view of the patients there is a lack of area-wide supply of aftercare offerings. The necessity for long-distance transport and the temporal expenditure represent serious barriers to participation. Therefore the aim of this study is to implement and evaluate a new concept that tries to overcome these problems by taking advantage of modern communication possibilities, i.e. delivering the aftercare via the Internet. Target group of this online-aftercare are patients with chronic low back pain who have attended inpatient rehabilitation and completed a patient education programme aimed at improving coping with pain. After dismissal they will attend online-classes on a monthly basis for half a year. The online-class is similar to a conference call but with extended multimedia opportunities. It provides live interaction between the patient, the fellow patients he/she is familiar with from the inpatient treatment and the likewise well-known therapist. It is assumed that this concept provides a fertile setting fostering the consolidation and perpetuation of the treatment effects. In summary, this study is aimed at the development of an online aftercare programme, it's implementation in two rehabilitation centers and the scientific evaluation of it's effectiveness by a randomized controlled study.


Referenznummer:

R/FO3702


Informationsstand: 23.10.2019